03. Januar 2005 Während die Endlosmeterware der Flick-Collection im Hamburger Bahnhof bis auf weiteres die Hallen füllt, muß man auch 2005 wieder weit reisen, um zu sehen, was gerade in Berlin an Kunst entsteht: Der allerorts gefeierte Berliner Fotograf und Scheinweltenbauer Thomas Demand zum Beispiel, der sein Atelier seit Jahren direkt neben dem Hamburger Bahnhof hat (dort aber noch nie in einer größeren Schau gezeigt wurde), wird seine Arbeiten ab 1. März im New Yorker Museum of Modern Art ausstellen.
Nebenan wird der Central Park ab 12. Februar in ein surreales Werk verwandelt: Nach fast dreißig Jahren Verhandlungen und Vorarbeiten ist dort Christos und Jeanne-Claudes Mammutprojekt The Gates zu sehen, ein Wanderweg unter 7500 goldgelben Segeln. Klassischen Surrealismus bietet das Metropolitan Museum of Art ab 7. April in einer großen Max-Ernst-Retrospektive.
Und in Deutschland? Zeigt das neue Leipziger Museum ab 20. März den Maler Bernhard Heisig, im Dresdner Residenzschloß darf man ab 13. August den Rätseln des 1437 entstandenen Marien-Altars von Jan van Eyck nachgehen. Eine Neue Romantik in der Kunst will die Frankfurter Schirn unter anderem im Werk des Malers Peter Doig entdeckt haben (ab 13. Mai); in der Münchner Pinakothek der Moderne widmet man sich lieber dem legendären Erfinder, Leichtbauingenieur und Olympiadach-Konstrukteur Frei Otto (ab 26. Mai). Und zwei Wochen später werden sich dann wieder alle auf den elend langsamen Vaporetti von Venedig zusammenquetschen, um zu den Pavillons der diesjährigen Kunstbiennale zu kommen (ab 12. Juni).
Text: nma / Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 02.01.2005, Nr. 53 / Seite 21
Bildmaterial: picture-alliance / dpa/dpaweb
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