Aus dem Hause Greenhalgh: ein Faun, vermeintlich von Gauguin

Großbritannien

Fälschungen in Heimarbeit

In Großbritannien hat eine Familie, die von Sozialhilfe lebte, Museen und Experten mit ihren gefälschten Werken zum Narren gehalten. Jetzt sind Shaun Greenhalgh und seine beiden über achtzig Jahre alten Eltern aufgeflogen. Von Gina Thomas, London

Lesermeinungen zum Beitrag

14. Dezember 2007 11:19

Bei diesem Anlaß stellt sich auch die Grundfrage,...

Thomas Berger (tberger)

...was nun der Unterschied zwischen einem echten und einem unechten Werk ist, der den enormen Preisunterschied rechtfertigt. Ein Bild oder eine Skulptur wird doch nicht dadurch besser oder schlechter, daß sie nun von Rembrandt oder Kujau, von Paul Gauguin oder Shaun Greenhalgh stammt.
Wenn Greenhalgh z.B. diesen Faun geschaffen hat, der allgemein für ein Werk von Gauguin gehalten wurde, dann verfügt er doch offensichtlich über die gleichen künstlerischen und gestalterischen Fähigkeiten wie Gauguin, und gehört nicht in den Bau, sondern in die Kunstakademie.

Oder zahlt man etwa für den Namen? Dann läge die Kunstszene aber für mich auf dem kulturellen Niveau von Käufern gefälschter Louis-Vuitton-Taschen...

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14. Dezember 2007 10:43

Genial

karl-heinz briese (charlyg)

Natürlich ist es nicht in Ordnung, wenn solche Kunstschätze zur persönlichen Bereicherung gefälscht werden. Dennoch beweisst das aber auch, dass alle sogenannten Experten, die hier genarrt wurden, nur heisse Luft verbreiten und offenbar ihren Job nicht verstehen. Noch schlimmer sind aber jene Institutionen und Museen, die unbedingt ein solches Replikat für ein Original ausgeben wollen. Da ist doch nicht verwunderlich, dass man an einer wissenschaftlich fundierten Altersbestimmung überhaupt nicht interessiert ist. Denn wie sonst könnte eine in einer Heimwerkstatt auf alt getrimmte Figur eine solche Altersdatierung bekommen.

Man sollte den Fälscher nicht ins Gefängnis stecken, sondern seine Kunstfertigkeit nutzen. Vielleicht hat er auf legalem Weg ja sogar Erfolg mit seinen Schöpfungen.

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13. Dezember 2007 20:48

Habe gut gelacht

Stefan Bönsch (Stefan358)

Auch wenn sich die Familie nicht gesetzeskonform verhalten hat, so habe ich bei der Lektüre des Artikels richtig gut lachen können. Unsere Zeit bringt viele Betrüger hervor, aber im Sektor Kunst handwerklich so "gut drauf" zu sein, wie diese Drei, um ausgewiesene Experten reinzulegen, hat meinen Respekt verdient. Und dann stelle ich mir vor, mit welcher naiven und nichtswissenden Mimik der Vater die Werke verkauft hat, einfach irre. Dagegen wirken z.B. Steuerhinterziehung oder Prostituiertenreisen bei VW einfach abstoßend.

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13. Dezember 2007 19:03

Das ist zwar kriminell aber lustig

Willi Timm (tiwi54tiwi)

Statt die Leute von Sozialhilfe leben zu lassen oder einzusperren, sollte man sie als Restauratoren in Museen beschäftigen.
Die Experten und solche die zuviel Geld haben tun mir überhaupt nicht leid. Sie hätten ihr Geld sonst vielleicht für weniger gut gestaltete Kunst verschleudert. Es gibt im Kunsthandel so viel seltsames für das viel Geld ausgegeben wird, dagegen ist die abgebildete Figur richtig schön anzusehen.

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