06. April 2008 Bei einer Neuwahl in Hessen hätten CDU und FDP nach einer am Sonntag veröffentlichten Umfrage gute Chancen, doch noch eine Mehrheit im Landtag zu erringen. Nach der Emnid-Erhebung für Bild am Sonntag kämen beide Parteien jetzt auf zusammen 49 Prozent. In diesem Fall könnte der seit Samstag nur noch geschäftsführend amtierende Ministerpräsident Roland Koch mit einer regulären Koalition regieren. SPD, Grüne und Linke würden ihre am 27. Januar errungene Parlamentsmehrheit mit zusammen 46 Prozent verlieren.
Der Umfrage zufolge würde die CDU gegenüber dem Ergebnis der Landtagswahl nur minimal von 36,8 auf 37 Prozent zunehmen, die FDP könnte sich aber deutlich von 9,4 auf 12 Prozent steigern. Die SPD rutschte dagegen von 36,7 auf nur noch 30 Prozent ab. Die Grünen würden sich von 7,5 auf 10 Prozent deutlich verbessern, die Linken leicht von 5,1 auf 6 Prozent. Dennoch hätte die SPD-Landesvorsitzende Andrea Ypsilanti demnach auch für ein rot-rot-grünes Bündnis keine Mehrheit mehr.
Koch wieder vor Ypsilanti
Bei einer Direktwahl würden 41 Prozent der insgesamt 501 befragten Hessen den CDU-Politiker Koch zum Ministerpräsidenten wählen, nur 31 Prozent die Sozialdemokratin Ypsilanti. In seinem Streben nach einer Jamaika-Koalition aus CDU, FDP und Grünen bemüht sich Koch weiter um ein besseres Verhältnis zum hessischen Grünen-Vorsitzenden Tarek Al-Wazir. Die Öffentlichkeit hat von unserem Verhältnis einen falschen Eindruck. Auf der persönlichen Ebene mögen wir uns. Er ist ein intelligenter Kerl, wird der Ministerpräsident zitiert. Am Rande der Landtagssitzung vom Samstag habe er zusammen mit Al-Wazir gescherzt. Ich habe ihn aufgezogen, weil er heute ausnahmsweise eine Krawatte umgebunden hatte, verriet Koch. Im Wahlkampf hatten sich die beiden Politiker noch heftig angefeindet.
Der hessische CDU-Generalsekretär Michael Boddenberg bezeichnete die Verluste der SPD bei der Umfrage als deutliche Quittung für den Wortbruch ihrer Vorsitzenden Ypsilanti. Er sprach am Sonntag in Frankfurt am Main von einem dramatischen Einbruch der hessischen Sozialdemokraten um fast sieben Prozentpunkte. Dass die CDU stabil bei 37 Prozent und damit wieder weit vor der hessischen SPD liege, bezeichnete Boddenberg dagegen als Ausgangslage, auf der wir aufbauen wollen.
Bildmaterial: AP