Dem haben schon Gysi und der Linke-Landesvorsitzende( Name?) eine Abfuhr erteilt. Die Ypsilanti bekommt zwar die Linke-Stimmen, aber die von ihr gewünschten Minister müssen einzeln zu Bewerbungsgesprächen, wie jetzt schon von der Linke angekündigt, bei der Linke-Fraktion antanzen, und die entscheidet dann mit Stimmen, Enthaltungen oder Gegenstimmen, wer Minister werden darf, und nicht die Ypsilanti . Hessen wird dann regiert von sechs Abgeordneten der Linke, deren unbegrenztem Erpressungspotential sich die( lediglich nominelle) Regierungschefin unterwerfen muss.
Die sechs Linken mögen für Ypsilanti stimmen. Trotzdem wird sie die Mehrheit verfehlen, die ihr das Amt der Ministerpräsidentin verschaffen würde. Einige aufrechte Sozialdemokraten werden ihr die Stimme verweigern. Das ist doch nur allzu wahrscheinlich. Man kann sich vorstellen, in welches Chaos die SPD fallen wird, wenn schon Ypsilantis Wahl scheitert und Beck scheitert mit ihr und wird am gleichen Tag vom Amt des SPD-Vorsitzenden zurücktreten. Und Lafontaine wird jubeln über die Demütigung, die er der SPD zugefügt haben wird.- Vielleicht wiederholt sich in der Politik, was sich zwischen Porsche und VW abspielt: der Kleine übernimmt den Großen. Die SPD hat in der Tat kein Selbstbewußtsein, keine Moral, keinen Stolz mehr.
Das nach wie vor trotzige Verhalten von Roland Koch, der mehr oder weniger stereotyp den Posten des MP fuer sich reklamiert verhindert zumindestens zur Zeit ein Aufeinanderzugehen mit der SPD. Der Hinweis, dass die SPD nichts auf den Kopf stellen soll und der staerksten Partei den MP ueberlassen muss deutet eindeutig darauf hin, dass die CDU nicht an Hessen sondern am Machterhalt und dem Posten des MP interresiert ist. Frau Ypsilanti hat sich oeffentlich dazu geaeussert, dass sie ein Wahlversprechen nicht einhaelt. Dazu: Hut ab! Sollte man sich nicht sogar ueberlegen ob die SPD nicht auf dem Weg dahin ist wo sie herkommt und nachdem sie die CDU schon einmal rechts ueberholt hat wieder auf dem Weg nach links ist? Zumindest ein Teil der Linken rekrutiert sich ja schliesslich aus ehemaligen SPD'lern, denen die alte Tante SPD zu sehr nach Rechts abgewandert ist.
Ein Problem scheint zu sein, dass das Wahlergebnis nach wie vor von vielen einfach nicht akzeptiert werden kann. Zynisch ist darueber hinaus seitens der CDU sich nicht zu bewegen aber bei der SPD und den Gruenen, die voorab von Koch uebelst diffamiert wourden Bewegung einzufordern.
Wer einmal ypst, dem glaubt man nicht, auch wenn er dann die Wahrheit spricht.
Am Prinzip der politischen Unterwerfung ist schon die Weimarer Republik gescheitert. Die Zentrums Politiker, allen voran von Papen, waren zwecks Machterhalt dazu geneigt mit der NSDAP gemeinsame Sache zu machen und glaubten diese kontrollieren zu können. Dies war eine historische Fehleinschätzung.
Nun mag der Vergleich zwar hinken, aber angesichts der historischen Lasten der PDS steht zu befürchten, dass die SPD hier die Büchse der Pandora geöffnet hat.
Ich meine, es wäre tatsächlich kein Fehler, sich ausnahmsweise mit den Inhalten einer neuen Koalition in Hessen zu beschäftigen, statt mit Gemütsäusserungen über die Vergangenheit von bestimmten Personen zu quasseln und mit Schimpfkanonaden gegen die kollabierte und, Gott sei dank, nicht wiederentstehungsfähige 'DDR' billig aufzutrumpfen.
"die Altersarmut und der Umstand, dass sich immer mehr Leute mit guter Ausbildung im Niedriglohnbereich wiederfinden".
Ist es nicht ein echtes Problem? Ist es so schlecht, dass Frau Ypsilanti etwas dagegen unternehmen will?
Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis die LINKE in allen Landesparlamenten vertreten sein wird und insbesondere in Bayern wird es sehr interessant sein, zu beobachten, wie die Huber's und Beckstein's reagieren, wenn dort über 5% für Bisky, Gysi, Lafontaine & Co rausspringen.
Da in diesen Tagen das Taktieren aller Parteien zu deutlich höherem Stress in den Chefredaktionen führt, wo man sich derzeit erhofft, die SPD würde Kurt Beck in die Wüste schicken und Ypsilanti in den Rücken fallen, lässt sich unschwer prophezeien, dass die unerträgliche Spannung demnächst umschlägt in einsichtsvolle Milde.
Natürlich hat Beck derzeit noch das Problem, dass man ihm abermals seinen Umgang mit Müntefering vorhalten möchte, weil es eben nicht zu zwei überragenden Wahlsiegen der SPD gekommen ist.
Für Andrea Y.
Mit 16 sagte ich still, ich will,
will groß sein, will siegen, will froh sein, nie lügen,
mit 50 sagte ich still, ich will,
will alles, oder nichts.
Für mich, soll´s faule Eier regnen,
mir sollte sämtliches Elend begegnen.
Die Welt soll für mich sich umgestalten,
und ihre Sorgen für sich behalten.
Und später, sagte ich noch, ich möchte,
verstehen, viel sehen, erfahren, bewahren,
und später, sagte ich noch, ich möcht',
nicht allein sein, und doch frei sein.
Für mich soll´s faule Eier regnen,
mir soll bloß niemand im Landtag begegnen.
Die Opposition soll sanft sich verhalten,.
die Genossen sollen mein Schicksal verwalten
Und heute sage ich still, ich sollte,
nicht betrügen noch lügen, ich kann mich nicht fügen,
kann mich nicht begnügen, kann trotzdem gut lügen,
will alles, oder nichts.
Für mich, soll's faule Eier regnen,
mir sollte mein blaues Wunder begegnen.
Mich fern, von allem Neu entfalten,
von dem was erwartet, überhaupt gar nichts halten.
Ich will..., Ich will...!
©by Georg-Heinz Gottschämmer
Die arme Hildegard Knef würde sich wahrscheinlich im Grab umdrehen, aber soviel musste ich gar nicht ändern.
Die LINKE wird immer der bessere Rattenfänger sein. Das wird die SPD nie kompensieren, d.h. der ganze Wählerblock aus Frustrierten, Träumern und Hasswählern ist für immer verloren.
Und nun? Wenn die CDU keinen Platz macht teilt sich die SPD künftig die verfügbaren linken Wähler mit der LINKEN. Da helfen auch die albernen Abgrenzungsversuche der Berliner nicht, denn durch die Beck´sche Sanktion stecken sie mittendrin.
Obendrein ist einem großen Teil der Berliner Genossen das LINKE Gedankengut - soweit man diese Phrasensammlung überhaupt so nennen darf - gar nicht fremd und so sind sie zu einer Abgrenzung gar nicht fähig.
Also bleibt, die Seeheimer & Co. gründen aus oder wechseln zur CDU, GRÜNE oder FDP *grins* und die SPD wird verschrottet oder sie siecht langsam gegen 5%.
Und die LINKE muss nichts weiter machen als da sein, keine Verantwortung übernehmen und ab und zu Sätze aus dem Altpapier vergilbter Flugblätter vergangener Tage rezitieren.
Alle reden von der Schuld Ibsilandis. Sie ist schuldlos, allein mangels Format, denn die Weichen hat Lafontaine gestellt als er die Seuche aus der Quarantäne befreit hat. Ibsilandi hat lediglich als Virus im alten Body SPD für den Ausbruch gesorgt.
"die SPD solle sich die Linkspartei auf diese Weise politisch unterwerfen."
Der Witz des Jahrhunderts! Leider sind wir solchen katastrophalen Unsinn von ihm ja gewohnt. Die Linkspartei ist faktisch die mächtigste Partei in Hessen, da von ihrem Wohlwollen jede einzelne Entscheidung abhängt, die eine parlamentarische Mehrheit benötigt. Schmusekurs ist angesagt! Auf die CDU und die FDP kann Frau Yps. wohl kaum hoffen. Die werden sie (zu Recht) auflaufen lassen. Es gibt für die Linken doch überhaupt keinen Grund, sich zum Anhängsel machen zu lassen.
Vielleicht lassen sich die Herren Beck und Thierse ja mal zu Erklärungen herab, wie sie sich die Unterwerfung praktisch vorstellen. Ob wirklich alle in der Partei die Folgewirkungen durchdacht haben scheint mir zumindest zweifelhaft. Die Chance zur Macht hat sie wohl alle blind gemacht.
Traurig - aber hoffentlich nur ein Intermezzo mit Lerneffekten.