Landtagswahl

Koch macht große Koalition für Wahlverluste verantwortlich

13. Januar 2008 Der hessische Ministerpräsident Roland Koch macht die Große Koalition in Berlin für die sich abzeichnenden Verluste der CDU bei der Landtagswahl in zwei Wochen verantwortlich. Im Interview mit der Zeitung „Bild am Sonntag“ sagte er, natürlich zahle auch die Union einen Preis für die Große Koalition.

Nach jüngsten Umfragen muss die CDU in Hessen mit dem Verlust der absoluten Mehrheit und Einbußen von rund acht Prozentpunkten rechnen. Ob es für Koch zu einer Koalition mit der FDP reicht, hängt demnach wesentlich vom Abschneiden der Linkspartei ab (siehe auch: F.A.Z.-Umfrage: Ypsilanti holt auf, aber Schwarz-Gelb bleibt vorn).

Mobilisierung der Wähler schwierig

Koch sagte aber auch, im Verhältnis zur SPD stehe die Union gut da und habe alle Chancen, alle drei Landtagswahlen in Hessen, Niedersachsen und Hamburg erfolgreich zu bestehen. Bei den Wahlen vor fünf Jahren habe jedoch mit dem verpatzten Start der rot-grünen Koalition nach der Bundestagswahl 2002 eine ganz andere Mobilisierungschance als jetzt bestanden. „Es ist ganz normal, dass eine Große Koalition für beide Parteien nicht gerade mobilisierend wirkt“, wird Koch zitiert.

Im Übrigen habe nicht er das Thema Jugendkriminalität, das derzeit die Koalition schwer belastet, im Wahlkampf gesetzt, sondern die deutsche Öffentlichkeit. Diese sei entsetzt gewesen angesichts der Bilder vom Überfall auf den Rentner in einer Münchner U-Bahn-Station kurz vor Weihnachten.



Text: AP
Bildmaterial: dpa

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