Von Werner D'Inka
12. Januar 2008 Zwei Wochen vor der Landtagswahl in Hessen holt die SPD weiter auf. Sie liegt derzeit bei 36 Prozent, die CDU von Ministerpräsident Koch kommt auf 40 Prozent. Das ist das Ergebnis einer Umfrage der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen für die Frankfurter Allgemeine Zeitung und für Hitradio FFH. Demnach steht die FDP bei acht Prozent, die Grünen können mit sieben Prozent der Stimmen rechnen. Für die Linkspartei ist der Einzug in den Landtag mit momentan fünf Prozent unsicher.
Gemessen an der ersten Umfrage Anfang Dezember, hat sich die CDU nicht verändert, während die SPD zwei Prozentpunkte hinzugewonnen hat. Die FDP hat sich um einen Punkt verbessert und rangiert jetzt vor den Grünen, die um zwei Punkte zurückgefallen sind. Damit hätten CDU und FDP zusammen mit 48 Prozent die Mehrheit, SPD und Grüne bringen es gemeinsam auf 43 Prozent. Bei der Landtagswahl im Februar 2003 hatte die CDU mit 48,8 Prozent der Stimmen die absolute Mehrheit der Mandate im Landtag errungen. Die SPD erreichte mit 29,1 Prozent das schlechteste Ergebnis seit 1946. Die Grünen kamen auf 10,1 Prozent, die FDP lag bei 7,9 Prozent.
44 Prozent der Wähler unentschlossen
Wie sehr die SPD aufgeholt hat, zeigt auch der Vergleich der beiden Spitzenkandidaten. Auf die Frage, wen sie lieber als Ministerpräsidenten in der Staatskanzlei sähen, nennen 40 Prozent den Amtsinhaber Roland Koch, der damit nur noch einen Punkt vor der SPD-Spitzenkandidatin Andrea Ypsilanti liegt. Anfang Dezember hatte der Abstand noch 13 Prozentpunkte betragen.
Die Umfragewerte gäben die Stimmung in Hessen am Anfang der heißen Phase des Wahlkampfs“ wieder, sagt der Leiter der Forschungsgruppe Wahlen, Matthias Jung. Sie stellten deshalb keine Prognose für den Ausgang der Wahl am 27. Januar dar. Noch haben sich 44 Prozent derjenigen, die zur Wahl gehen wollen, nicht festgelegt. Gerade die sehr flexiblen Wechselwähler, die bei einer engen Situation wie in Hessen den Ausschlag geben werden, treffen ihre Entscheidung erst sehr spät“, sagt Jung.
Mit seiner Forderung, die Gesetze zur Bekämpfung der Jugendkriminalität, besonders von ausländischen Straftätern, zu verschärfen, hat Koch die Wählerschaft offenbar noch stärker polarisiert. In der Beliebtheitsskala von plus fünf bis minus fünf ist er gegenüber Anfang Dezember um 0,4 Punkte auf den Wert minus 0,2 zurückgefallen, Ypsilanti rangiert unverändert bei plus 0,4. Nach wie vor hat Koch allerdings eine höhere Zustimmung bei den CDU-Wählern (plus 2,6) als Ypsilanti bei den SPD-Anhängern (plus 1,9).
Wählerbefragung zu Jugendstrafrecht und Mindestlohn
Mit dem Erstarken der SPD hat sich auch die Erwartung der Wähler verändert, wie die Wahl ausgehen werde. 53 Prozent sagen einen Sieg Kochs und der CDU voraus (nach 69 Prozent Anfang Dezember), während nur 18 Prozent (nach 13) einen Triumph Ypsilantis und der SPD für möglich halten. Diese Fremdwahrnehmung, unabhängig von der eigenen Parteipräferenz, könnte die Entscheidung bisher Unentschlossener mit beeinflussen.
Die Forschungsgruppe Wahlen hat von Montag bis Mittwoch 1003 nach dem Zufallsprinzip ausgewählte Wahlberechtigte telefonisch befragt. Dabei wurde auch die Meinung der Wähler zu den Themen Jugendstrafrecht und Mindestlohn ermittelt. Die Ergebnisse werden am Sonntag im Rhein-Main-Teil der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung veröffentlicht.
Text: F.A.Z.
Bildmaterial: F.A.Z.
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Kommentar: Gewinnen durch Wettbewerb
Studie des Ifo-Instituts: Steuerwettbewerb nutzt der ganzen Region“
| Tops | in % | |
| Dt. Bank | +3,43% | |
| Linde | +2,75% | |
| ThyssenKrupp | +2,33% |
| Flops | in % | |
| BAYER AG NA | −0,68% | |
| Siemens | −0,78% | |
| Volkswagen | −0,82% |