Michael Jackson

Letztes Lebewohl für eine Legende

Von Katja Gelinsky

Jacksons Kinder Paris (2. von links),  Prince Michael II 'Blanket' und Prince Michael

Jacksons Kinder Paris (2. von links), Prince Michael II 'Blanket' und Prince Michael

07. Juli 2009 Abschied der Superlative: Mit einer pompösen Trauerfeier ist am Dienstag in Los Angeles des verstorbenen „King of Pop“ Michael Jackson gedacht worden. Etwa 20.000 Freunde und Fans versammelten sich im Staples Center, Millionen Fernsehzuschauer in aller Welt verfolgten die Veranstaltung live. Nach mehreren Minuten des Schweigens und der stillen Andacht wurde Jacksons vergoldeter und mit einem großen Blumenbouquet geschmückte Sarg auf die Bühne gebracht.

Den Anfang machte dann Soulstar Smokey Robinson, der vor den „Jackson 5“ den Erfolg des Plattenlabels „Motown Records“ mit begründete. Robinson verlas Würdigungen von Diana Ross und Nelson Mandela. „Ich hoffe, dieser Tag bringt all jenen Ruhe und Frieden, die ihn liebten“, schrieb die Souldiva und enge Freundin Jacksons, die der Sänger in seinem Testament zum Ersatzvormund seiner Kinder bestimmt hat. „Meine Frau und ich trauern mit Millionen Menschen in der Welt“, hieß es in dem Schreiben des ehemaligen südafrikanischen Präsidenten.

„I love you, Michael!“

Danach herrscht lange Dunkelheit und Stille im Staples Center. Irgendwann hält jemand im Publikum es nicht mehr aus. „I love you, Michael!“ Die Gäste lachen und applaudieren. Trauer und Jubel, Lachen und Weinen lagen bei der Gedenkfeier eng beieinander. Zu den Künstlern, die Jackson singend ihre Referenz erwiesen, gehörten Mariah Carey und Trey Lorenz, die im Duett auftraten, Lionel Richie und Stevie Wonder. „Dies ist ein Moment, von dem ich lieber gesagt hätte, ich hätte ihn nicht kommen sehen“, sagte der blinde Künstler am Klavier.

Basketballlegende Magic Johnson, der gemeinsam mit dem NBA-Spieler Kobe Bryant auftrat, bemühte sich um einen humorvollen Ton, als er an gemeinsame Zeiten mit Michael Jackson erinnerte. Leidenschaftlich sprach Quenn Latifah von Jackson. „Er war der größte Star auf der Welt“, sagte die Schauspielerin und Sängerin, die ein Gedicht der schwarzen Autobiographin und Poetin Maya Angelou vortrug. Für Berry Gordon, den Gründer von „Motown“ war Michael Jackson „wie ein Sohn“. Als Sänger habe Michael eine Gabe gehabt, „die wir nicht ganz verstanden haben. Aber wir wussten, er war jemand Besonders“. Michaels „Moonwalk“ sei magisch gewesen. „Er stieg in den Orbit auf, und kam niemals wieder herunter“, sagte Gordon.

„Rassenschranken niedergerissen“

Bürgerrechtsveteran Al Sharpton würdigte Jackson, wie schon in den vergangenen Tagen als jemand, „der Rassenschranken niedergerissen hat“. „Es war Michael Jackson, der Schwarze, Weiße, Asiaten und Latinos zusammenbrachte.“ Von Kindheit an habe er seinen Traum gelebt und ihn niemals aufgegeben. Damit habe er die Welt verändert. Sharpton würdigte auch die humanitären Verdienste des Sängers. „Es war Michael, der gesungen hat ,We Are The World‘ und gebt den Hungrigen zu essen.“

Zu den emotionalsten Auftritten gehörte der von Brooke Shields. Die Schauspielerin beschrieb unter Tränen, was für ein „liebenswerter, witziger und ehrlicher Mensch“ Michael Jackson gewesen sei.

Als letzte Rednerin wandte sich Jacksons elfjährige Tochter Paris an die Trauergäste. Sie sagte unter Tränen, ihr „Daddy“ sei der beste Vater gewesen, den man sich vorstellen könne. Der vergoldete, mit einem großen Bouquet geschmückte Sarg mit dem Leichnam des Popstars wurde anschließend aus dem Stadion gebracht.

Private Zeremonie auf Prominentenfriedhof

Zwei Stunden vor der öffentlichen Trauerfeier versammelten sich Familie und Freunde zu einer privaten Zeremonie auf einem Prominentenfriedhof in den Hollywood Hills. Für den Autokorso, der mit Polizeieskorte von Jacksons Elternhaus zum Forest Lawn Memorial Park fuhr, wurden mitten im morgendlichen Berufsverkehr mehrere Straßen kurzzeitig gesperrt. Nach der Zeremonie wurde der Sarg mit Jacksons Leichnam in einen Leichenwagen geladen und zum Staples Center gebracht.

Jacksons Exfrau Debbie Rowe, die Mutter seiner beiden ältesten Kinder, nahm entgegen ursprünglicher Angaben nicht an der Trauerfeier teil. „Der Medienansturm hat deutlich gemacht, dass ihre Anwesenheit eine unnötige Ablenkung wäre“, erklärte Rowes Anwältin am Montag.

Liz Taylor trauert lieber im Stillen

Auch Hollywood-Diva Elizabeth Taylor, eine langjährige enge Freundin des Verstorbenen, teilte mit, sie trauere lieber im Privaten. „Ich glaube einfach nicht, dass Michael wollte, dass ich meinen Schmerz mit Millionen anderen teile“, schrieb sie auf Twitter. Ihre Gefühle seien keine öffentliche Angelegenheit. Die Trauerfeier im Staples Center bezeichnete sie als großes Tamtam.

Mehr als 1,6 Millionen Menschen hatten sich um die 17.500 Eintrittskarten beworben, die ihnen Zutritt zum Staples Center verschaffen. Per Losentscheid wurden 8.750 Fans ausgewählt, die je zwei Tickets erhielten. Im Internet wurden die ursprünglich kostenlosen Eintrittskarten zu Preisen von mehreren tausend Dollar gehandelt, obwohl die Veranstalter versuchten, den Verkauf auf dem Schwarzmarkt zu unterbinden.
Die Polizei forderte alle Fans ohne Ticket auf, gar nicht erst zu versuchen, zum Stadion zu gelangen. Der Ort der Trauerfeier wurde großräumig abgeriegelt. Nur wer eine Eintrittskarte und das dazugehörige goldfarbene Armband am Handgelenk vorweisen konnte, erhielt Zutritt. Dutzende Straßenhändler verkauften Jackson-Souvenirs, wie T-Shirts, Buttons und Fotos.

Präsident Barack Obama äußerte sich am Dienstag in Moskau zur Jacko-Mania. „Es gibt manche Leute in unserer Popkultur, die einfach die Fantasie der Leute anregen. Und im Tod werden sie sogar noch größer“, sagte Obama dem Fernsehsender CBS. Genährt werde dies durch unersättliche Medien und eine Berichterstattung rund um die Uhr.

Text: AP
Bildmaterial: AFP, AP, dpa, REUTERS

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Jennifer Hudson Lionel RichieTrauer im PublikumJacksons SargMichael Jacksons Mutter Katherine mit seiner Tochter Paris auf dem Weg zur Trauerfeier Ein Fan wird vor dem Staples Center verhaftetFans beobachten Jacksons Familie, als sie zur Trauerfeier aufbrichtWarten auf den Beginn der TrauerfeierMichael Jacksons Vater Joe auf dem Weg zum FriedhofMit einer Jackson-Puppe und einer Rose gedenkt ein Fan aus Hong Kong seines IdolsDie Stimmung ist noch immer von Trauer und Fassungslosigkeit geprägtFans aus aller Welt kommen nach L.A.In Jackson-Verkleidung tanzt ein Fan vor dem Staples CenterTrauernde Menschen am Zaun des FriedhofsEine Gedenkstätte vor dem Haus der Jackson-Familie in Los AngelesFans harren vor dem Forest Lawn Mortuary aus, in dem sich Jacksons Leichnam befindet
Von links: Brooke Shields, Janet Jackson, Sohn Prince Michael Jackson II (“Blanket“), LaToya Jackson, Tochter Paris, ein unbekannter Sänger und Sohn Michael Joseph Jackson, Jr. (“Prince“)Michael Jackson's Eltern Joe Jackson (hinten) und  Katherine Jackson (links mit Sonnenbrille) und sein Sohn Michael Jackson Jr.Die Sängerin Queen Latifah Die Rede des Produzenten Berry GordyDie Ankunft des Sarges im Staples  CenterFür die Jackson-Familie (linke Fahrbahn) wurde zeitweilig die Autobahn gesperrtFans am Forest Lawn FriedhofPolizeifahrzeuge schützen die Jackson-Familie auf dem FriedhofIn vielen Städten weltweit, hier in Tokio, versammelten sich die Menschen vor Leinwänden, um die Trauerfeier aus Los Angeles zu verfolgenNächtlich andächtig: Fans vor dem FriedhofViele können es immer noch nicht fassenAm Zaun des Forest Lawn FriedhofsAufbauarbeiten am VortagEin Fan vor dem Forest Lawn Friedhof, auf dem Jackson beerdigt werden sollAuf einer Leinwand vor dem Staples Center verabschieden sich die Fans von ihrem IdolAutoschlangen vor dem Doger Stadium: Fans sind in der Hoffnung gekommen, doch noch ein Ticket zu ergattern Jacksons Brüder mit dem Sarg des VerstorbenenVon links: Rebbie Jackson, Janet Jackson, Randy Jackson, Tito Jackson, Marlon Jackson, Jackie Jackson und Jermaine Jackson Unter den Trauergästen waren Martin Luther King  und die Schauspielerin Brooke ShieldsMariah Carey und Trey Lorenz sangen “I'll Be There“ Der Autokorso der Jackson-FamilieDer Einlass ins Staples Center hat begonnenMedienvertreter am FriedhofDie Ankunft der FamilieIn der Nacht vor der Trauerfeier leuchtet ein Kerzenmeer vor dem Haus der Familie JacksonPersönliche Geschenke zum AbschiedFans vor dem Eingang zum Forest Lawn FriedhofGroße Freude bei denen, die ein Ticket für die Trauerfeier bekommen habenTrotz Hitze harren die Fans vor dem Eingang des Forest Lawn Friedhofs ausEin Fan zeigt stolz seine EintrittskarteFans tanzen den Moonwalk, während sie vor dem Staples Center warten Viele japanische Fans ließen sich in Tokio vor einem Jackson-Plakat fotografieren