06. Juli 2009 Die Ermittlungen rund um Michael Jacksons Tod haben am Wochenende zu Durchsuchungen bei mindestens drei Ärzten geführt, die dem Popstar Medikamente verschrieben haben sollen, berichtete die Los Angeles Times am Sonntag. Gegen weitere Ärzte, die den Sänger mit verschreibungspflichtigen Medikamenten versorgt haben sollen, werde ermittelt, hieß es.
Nach Jacksons Tod waren in seiner Villa große Mengen an Medikamenten, darunter auch das starke Narkotikum Propofol, gefunden worden. Einige der Propofol-Flaschen seien leer gewesen, andere voll. Keine von ihnen sei Jackson verschrieben worden, berichtet die Zeitung. Die Ermittler untersuchen nun, wie sie in seinen Besitz gekommen sein könnten. Weitere Rezepte, die in der Villa gefunden wurden, seien nicht auf Jackson ausgestellt worden, sondern auf eines seiner Pseudonyme.
Trauerfeier wird zum globalen Happening werden
Michael Jackson war am 25. Juni im Alter von 50 Jahren überraschend an einem Herzstillstand gestorben. Spekuliert wird, dass möglicherweise ein überdosiertes Medikament das Herzversagen ausgelöst hat. Die Ergebnisse von zwei Autopsien stehen noch aus.
Die Trauerfeier für Jackson könnte eines der weltweit meistgesehenen Fernsehereignisse überhaupt werden. Wie der amerikanische Fernsehsender CNN berichtete, rechnen die Organisatoren mit mehreren hundert Millionen Zuschauern. Die Gedenkfeier im Staples Center in Los Angeles beginnt am Dienstag um 19.00 Uhr mitteleuropäischer Zeit, die Jackson-Familie hat Fernsehsendern in aller Welt eine kostenlose Live-Übertragung angeboten. Außerdem wird es einen Live- Stream im Internet geben.
Die deutschen Fernsehsender stellen ihr Programm um
Auch die deutschen Fernsehsender stellen für den King of Pop ihr Programm um. Die ARD wird die Berichterstattung um 18.50 Uhr mit einem Brisant extra beginnen und vor der Tagesschau um 20.00 Uhr beenden. Für den späteren Abend ist gegen 22.45 Uhr eine längere Zusammenfassung geplant. Der Nachrichtenkanal n-tv sendet den ganzen Tag Jackson-Berichte und startet um 18.30 Uhr ein mehrstündiges News spezial. Der Sender N24 schaltet bereits um 18.00 Uhr live nach Los Angeles.
Es gab bislang nur etwa eine Handvoll TV-Ereignisse, die die Welt für einen Moment den Atem anhalten ließen. Die Ermordung von John F. Kennedy 1963 gehörte dazu, die erste bemannte Mondlandung 1969 mit mehreren hundert Millionen Zuschauern und auch die Trauerfeier für Prinzessin Diana. Die BBC schätzte damals die weltweiten Einschaltzahlen auf 2,5 Milliarden. Auch beim Begräbnis von Papst Johannes Paul II. vor vier Jahren saßen Milliarden Menschen vor den Fernsehern.
17.500 Karten für die Trauerfeier
Für die Trauerfeier im Staples Center und für die Übertragung auf eine Großbildleinwand im benachbarten Nokia Theater in Los Angeles werden 17.500 Karten vergeben. 1,6 Millionen Fans hatten sich im Internet für die Lotterie beworben. Die Frist lief am Montagmorgen ab. Per Computer sollten dann nach dem Zufallsprinzip 8750 Namen ausgewählt werden, die jeweils zwei Eintrittskarten bekommen. Beerdigt werden soll Jackson nach Medienberichten bereits am Dienstagmorgen (Ortszeit) in Los Angeles.
Britische Fluglinien haben einen Ansturm auf Flugtickets nach Amerika gemeldet. Die Fluggesellschaft Virgin Atlantic erklärte, fast alle Flüge an die amerikanische Westküste seien in diesen Tagen ausgebucht. Unsere Flüge nach Los Angeles, San Francisco und Las Vegas sind proppevoll mit Michael-Jackson-Fans, sagte eine Sprecherin der Zeitung Daily Mirror vom Montag. Auch British Airways sprach von einem riesigen Zustrom von Buchungen nach Amerika, es gebe aber noch einige wenige Plätze für Flüge nach Los Angeles.
Text: FAZ.NET
Bildmaterial: AFP, AP, dpa