Enzensbergers „Bibs“

Asyl im Wäschekorb

So geht es eben, wenn einem die Welt gestohlen bleiben kann: Bibs, der Titelheld aus dem neuen Bilderbuch von Hans Magnus Enzensberger und Rotraut Susanne Berner, muss sich sein Leben selbst zusammenwünschen. Von Fridtjof Küchemann

Mauerfall im Jugendbuch

Schnäppchenjäger, Stasi-Spitzel

Zwanzig Jahre nach dem Fall der Mauer ist das einst geteilte Deutschland auch das Thema einiger Jugendbücher. Dass es nicht leicht ist, sich dieser Vergangenheit zu stellen, wird in jedem der Bücher deutlich. Und auch, dass es sehr viele Wege dorthin gibt. Von Heidi Strobel

Das Bilderbuch „Kein bisschen dreckig“

Zähneputzen oder Krankenhaus

Was gäben Eltern um etwas rhetorische Hilfe im ständigen Streit ums Waschen! Aber muss man dafür, wie Wanja und Manuela Olten in ihrem Bilderbuch „Kein bisschen dreckig“, ein Horrorszenario bemühen? Von Susanne Klingenstein

Wieland Freunds Kinderbuch „Törtel“

Der Aufstand der Tiere

In seinem Kinderbuch „Törtel, die Schildkröte aus dem McGrün“ hat sich Wieland Freund zurückgenommen und bleibt ganz in seiner kleinen Geschichte. Trotzdem sind seine Erzähllust und sprachliche Souveränität auf jeder Seite zu spüren. Von Silke Schnettler

Chen Jianghongs Bilderbuch „An Großvaters Hand“

Ins Zeichnen gerettet

Ein Geniestreich als Bilderbuch: Chen Jianghong erzählt von der ganz großen chinesischen Politik aus der Sicht eines ganz kleinen Kindes. Von Andreas Platthaus

Michael Morpurgos Jugendroman „Warten auf Anya“

Wer ist der Beweis, wenn nicht wir?

Menschlichkeit in aussichtsloser Lage: Michael Morpurgos großer Jugendroman aus dem Zweiten Weltkrieg erzählt von der Hoffnung im Grauen. Von Elena Geus

Kathrin Schärers Bilderbuch „Johanna im Zug“

Jetzt lass uns allein, Autorin!

Ein leeres Blatt, ein paar Bleistiftnotizen auf Karopapier, dann die Vorzeichnung: Die Schweizer Künstlerin Kathrin Schärer zeigt, wie ein Bilderbuch entsteht. Und schlägt sich dabei mit einer recht widerborstigen Hauptfigur herum. Von Silja von Rauchhaupt

Kirsten Boies Kinderroman „Seeräubermoses“

Atschüs, min Deern

Welch ein Schiffbruch! Nach 250 Seiten feinstem Seemannsgarn strandet Kirsten Boies schönes Piratenbuch „Seeräubermoses“ leider als Märchen. Von Fridtjof Küchemann

David Macaulays „Großes Buch vom Körper“

Mein Körper, meine Kathedrale

David Macaulay nimmt Kinder nun auf eine Expedition mit ins Innere: „Das große Buch vom Körper“ erklärt, wie Atmung, Verdauung oder Herzklopfen funktioniert. Der Autor baut dafür Städte, Achterbahnen und Recyclinganlagen. Von Julia Voss

Marjolijn Hofs Kinderroman „Mutter Nummer Null“

Biologisch, das klingt wie Naturreis

Wer ist sie? Und hat Fejzo sein Zeichentalent eigentlich von ihr? Marjolijn Hof erzählt in ihrem ernsten, einfühlsamen Kinderroman „Mutter Nummer Null“ von der Identitätssuche eines adoptierten Jungen. Von Eva-Maria Magel

Nadjas „Mick und Mack - Meine allererste Bibliothek“

Großer Po und kleine Witze

Mick und Mack, zwei lächerliche, aufs Blatt gehuschelte Zwerge, die sinnlose Gespräche führen, erklären den Allerkleinsten die Welt. Der Vorleser ist befremdet, sein kleiner Zuhörer begeistert. Von Volker Weidermann

Douglas Palmers Jugendsachbuch „Evolution“

Wer hat Angst vor Biozönose?

Douglas Palmers phantastisches Evolutionsbuch passt ins Kinderzimmer so gut wie in die Lehrerbibliothek. Das Meisterwerk des britischen Wissenschaftsjournalisten hat das Zeug zum Klassiker. Von Ulf von Rauchhaupt

Neues vom Bären Pu

Der Bärenfreund, der zu viel wusste

Über achtzig Jahre alt ist Pu, der Bär, und seine Abenteuer lesen sich frisch wie am ersten Tag. Jetzt hat David Benedictus ihm und seinen Freunden neue Geschichten auf den Leib geschrieben. Aber hat er auch den anarchischen Geist des Originals getroffen? Von Fridtjof Küchemann

Paul Maars sechstes Sams-Buch

Ich will jetzt schlafen wie ein Wafen

Am Samstag erschien Paul Maars sechster „Sams“-Roman. Viel spricht dafür, dass es der letzte bleiben wird. Das ist schade - und völlig richtig so: Eine Liebeserklärung an eine reizende Nervensäge. Von Tilman Spreckelsen