Kinderbuch: „Die Olchis und der karierte Tigerhai“

Stinkerkerzen für Mutti

Die Mischung aus familiärer Spießigkeit der immer wieder frappierend höflichen Olchis und ihrem olfaktorischen Revoluzzertum hat durchaus ihren Reiz. Leider bürdet Erhard Dietl ihnen schon wieder ein hektisches Abenteuer auf. Von Tilman Spreckelsen

Sabine Wilharms Fontane

Die Birne mit der roten Birne

Ihre Buchcover für die Harry-Potter-Bände haben sie bekannt gemacht. Die Illustrationen zu Gotthard Erlers Anthologie jedoch sind Sabine Wilhars Meisterstück. Durch sie wird „Der kinderleichte Fontane“ zu einem rundum gelungenen Hausbuch. Von Annette Zerpner

Christoph Schmitz' Opernführer für Kinder

So spielt die Welt, der Vorhang fällt

Mord und Liebe, Verbrechen und Entsagung, Abstieg ins Totenreich oder die Verschwörung des Adels gegen den rechtmäßigen König: Mit „Drachentod und Zauberflöte“ bringt Christoph Schmitz Kindern im Vor- und Grundschulalter die Welt der Oper nahe. Von Tilman Spreckelsen

Jo Nesbøs „Doktor Proktor“-Bücher

Zu viel an der Weltgeschichte herumgebastelt

Der erste Band ein Ereignis, der zweite leider eine Enttäuschung: Doktor Proktor, der wackere Pupspulvererfinder aus den Kinderbüchern des norwegischen Krimiautors Jo Nesbøs, rutscht mit Karacho auf der Zeitseife aus. Von Fridtjof Küchemann

Julio Cortázars „Rede des Bären“ als Bilderbuch

Manches bleibt besser ungemalt

Wenn sich zwei Könner wie der Autor Julio Cortázar und der Maler Emilio Urberuaga in einem Buch wiederfinden, kann man Großes erwarten. Warum geht die Sache bei der „Rede des Bären“ dann trotzdem schief? Von Fridtjof Küchemann

Lauren St Johns Kinderbuch „Die weiße Giraffe“

Sprich, Natur!

Die elfjährige Martine findet einen Leidensgenossen: Lauren St Johns Kinderbuch „Die weiße Giraffe“ lebt von eine starken Begegnung in der afrikanischen Wildnis, einer satten Prise Magie und starken Cliffhangern. Und scheitert in der Figurenzeichnung. Von Simone Giesen

Jerry Spinellis Jugendbuch „Lieber Leo - Dein Stargirl“

Die Stille nach dem Schluss

Jerry Spinelli gilt als einer der Großen der amerikanischen Jugendliteratur. Warum er diesen Ruf verdient, zeigt sein Roman „Lieber Leo - dein Stargirl“, ein sehr langer Brief, den ein exzentrisches Mädchen an seinen Exfreund richtet und tagebuchartig weiterführt. Von Tilman Spreckelsen

Harriet Grundmanns Bilderbuch „Das fünfte Schaf“

Wo Schafe sind, darf der Wolf nicht fehlen

„Eines Abends sah sich Lina die Schafe ganz genau an, die sie sonst beim Einschlafen nur zählte“ - wenn ein Buch so beginnt, wird man nervös. In Harriet Grundmanns Gutenachtgeschichte nimmt ein Mädchen seine schlimmen Träume einfach nicht mehr hin. Von Tilman Spreckelsen

Jan Weilers Kinderbuch „Hier kommt Max“

Brilletragen kann ich auch, ätsch!

Darf man sich so an unseren Helden vergreifen? In Jan Weilers Kinderbuch „Hier kommt Max!“ tummeln sich allenthalben Motive, für die Goscinnys kleiner Nick und seine Bande Pate gestanden haben mögen. Von Rainer Moritz

Das Bilderbuch „Als Bernhard ein Loch in den Himmel schoss“

Keine Verschärfung der Spielzeugwaffengesetze

Ist es das Bedürfnis nach Stärke, Anerkennung und Selbstschutz, das Vierjährige zu Waffennarren macht? In seinem Bilderbuch „Als Bernhard ein Loch in den Himmel schoss“ nimmt Morten Ramsland die Gefühle ernst und kontert sie mit ebenso ernstem Anspruch. Von Fridtjof Küchemann

Das Bilderbuch „Hannah in der Zeit der Tulpen“

Gelernt ist eben gelernt

Kann man vom Tulpenwahn des 17. Jahrhunderts erzählen, indem man Rembrandts Stil imitiert? Klar kann man das, zeigt Bagram Ibatoulline. Und hat zusammen mit Deborah Noyes ein herrlich prunkvolles Bilderbuch geschaffen. Von Silja von Rauchhaupt

Andreas Steinhöfels „Rico, Oscar und das Herzgebreche“

Allein auf dem Plüschsofa ist es einfach schwierig

Endlich Neues von Rico und Oscar: Andreas Steinhöfel setzt seinen wunderbaren Berlin-Krimi um den Tiefbegabten und dessen vorsichtigen Freund fort. Diesmal ist Ricos Mutter Täterin und Opfer zugleich in dem Fall, den die beiden gemeinsam lösen müssen. Von Eva-Maria Magel

Peter van Gestels Jugendroman „Wintereis“

Du siehst idiotisch aus!

1947, im Nachkriegs-Amsterdam: Thomas Mutter ist an Typhus gestorben, Bets Vater und Zwaans Eltern sind im Konzentrationslager umgekommen. Peter van Gestels Jugendroman „Wintereis“ bleibt einem als zarte Freundschaftsgeschichte in Erinnerung. Obwohl das Buch eigentlich tieftraurig ist. Von Silke Schnettler

Soledad Bravis Bilderbuch „Piep, piep, piep“

Und wie macht die Schnecke?

Dick Pappe, ein kräftiger Stift und eine klare Aussage: Soledad Bravis Weltdarstellungsbuch „Piep, piep, piep“ zeigt auf 55 Doppelseiten je ein Bild und das dazugehörige Geräusch. Und schärft den Blick des erwachsenen Vorlesers für den Horizont des eigenen Kindes. Von Tilman Spreckelsen

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