Literatur

Cornelia Funke fürchtete den Ruin

01. November 2007 Die international erfolgreiche Kinderbuchautorin Cornelia Funke, deren „Tintenwelt“-Romane in dreiundzwanzig Sprachen übersetzt worden sind, hegt trotz ihrer Millionenauflagen Selbstzweifel. Während der Arbeit an ihrem Buch „Drachenreiter“, so Funke in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (Freitagsausgabe), habe sie sich häufiger gefragt, „ob irgendjemand das lesen will, ob ich da etwas riskiere, was meine Familie finanziell ruiniert“. Das Werk „Herr der Diebe“ sei „das schwerste Buch, das ich bislang geschrieben habe“, erzählt Funke: „Die ersten hundert Seiten habe ich erst mal weggeworfen.“

Seit der Geburt ihrer Kinder sei sie in ihrer Familie die Alleinverdienerin gewesen, berichtet Funke. Ihr Mann sei zuhause geblieben, um ihr das Schreiben zu ermöglichen, wodurch die finanzielle Verantwortung bei ihr lag. „Ich habe immer durch Schreiben Geld verdienen müssen. Seit dieser Zeit habe ich eine eiserne Schreibdisziplin, die sich auch jetzt, wo ich es nicht mehr unbedingt so sein müsste, noch sehr gut hält.“

Ein anderer Klang

Die Bestsellerautorin, die das Magazin „Time“ vor zwei Jahren zur „einflussreichsten Deutschen“ in der Welt kürte, lebt inzwischen in Los Angeles und schreibt auch auf englisch. Sie habe festgestellt, „dass meine aus dem Deutschen ins Englische übersetzten Bücher ganz anders klingen, als wenn ich sie direkt auf Englisch geschrieben hätte. Gerade, wenn man vom Klang her schreibt, so wie ich das tue, stellt man fest, dass in den beiden Sprachen, obwohl sie so sehr verwandt sind, ganz andere Gesetze herrschen.“ Dabei hat Funke keine Probleme, parallel an einem deutschen und an einem englischen Werk zu arbeiten: „Es ist sogar sehr erfrischend, wenn man an zwei so unterschiedlichen Geschichten in unterschiedlichen Sprachen arbeiten kann.“

Vom 17. November an liest Funke gemeinsam mit dem Schauspieler Rainer Strecker in Hamburg, München und Berlin aus ihrem Erfolgsbuch „Tintentod“. Das vollständige Interview mit der Schriftstellerin lesen Sie im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom Freitag, den 2. November.



Text: FAZ.NET
Bildmaterial: dpa

 
Mehr als 30.000 Rezensionen
Buchtitel Buchautor Im Beitrag
FAZ.NET Suchhilfe
F.A.Z.-Archiv Profisuche