11. Oktober 2008
Verlosung 
Umfrage 
   
 

Gründer: Können Sie sich vorstellen, einmal ein eigenes Unternehmen zu gründen?

Ja, ich will auf jeden Fall was Eigenes machen.
Nein, meine Talente kann ich besser als Angestellter einsetzen.
Wenn ich eine tolle Idee hätte, dann vielleicht.
Abstimmen 
 
   
Business-Knigge 
Englischtest 

Leute

Wer kennt die UN-Ziele?

Von Alexandra Knittel




10. Dezember 2007 
Ines John trampt durch Europa, um für globale Verantwortung zu werben.

Jeder Tramper ist hocherfreut, wenn nach langem Harren endlich ein Autofahrer hält und ihn ein Stück mitnimmt. Ines John freut sich dann noch ein wenig mehr. Die Politikstudentin ist nicht nur per Anhalter unterwegs, um günstig voranzukommen. Sie möchte die Autoinsassen über Entwicklungspolitik und globale Verantwortung informieren. Mit diesem Ziel und mit 53 weiteren Studenten aus 14 europäischen Staaten ist die 30-Jährige in diesem Sommer von Riga nach Brüssel getrampt.
Die Tour ist eine Kampagne von Eurizons, einem Projekt von Studenten, die sich für die Umsetzung der Millennium-Entwicklungsziele der Vereinten Nationen einsetzen. Diese Ziele wurden vor sieben Jahren verbindlich beschlossen und beinhalten Richtlinien zur Armutsbekämpfung, Chancengleichheit und für einen nachhaltigen Umweltschutz. 2015 sollen sie verwirklicht sein.

„Bisher ist wenig geschehen“, meint Ines. 88 Prozent der Europäer wissen gar nichts von den Vereinbarungen der UN. „Das möchten wir ändern: Wir wollen die Politiker ermahnen und die Menschen informieren“, sagt die Potsdamer Studentin. Aber warum trampen, anstatt eine klassische Demo zu veranstalten? „Wenn dich jemand in seinen Wagen - ein ziemlich privater Raum - einlädt, ist er meist auch offen für ein Gespräch. Auf der Straße sind die Infos rasch vergessen“, erklärt Ines. Je nach Land und Region reagierten die Autofahrer unterschiedlich auf die Tramper. In Lettland war es schwierig, eine Mitfahrgelegenheit zu finden, in Deutschland hingegen sehr leicht.

Ines erinnert sich an ein Pärchen, das den gesamten Wagen umräumte, nur um sie und ihre Tramper-Kollegin mitzunehmen. „Die meisten Leute reagierten mit Interesse auf unser Anliegen. Dabei war es uns wichtig, nicht nur die UN-Ziele vorzustellen, sondern an die globale Verantwortung eines jeden Einzelnen zu appellieren.“ Also warben die Studenten auch für fair gehandelte Produkte und Umweltschutz. Insgesamt haben sie auf ihrer dreiwöchigen Tour etwa 3.000 Menschen in ihren Autos erreicht und Tausende Kilometer zurückgelegt. „Am Ende sind alle Tramper in Brüssel angekommen“, sagt Ines, die sich nach der Fahrt ein bisschen „europäischer“ fühlt als zuvor. Und die jederzeit einen Tramper mitnehmen würde. „Das kann ganz schön interessant werden.“

http://www.eurizons.net

Text: Hochschulanzeiger Nr. 93, 2007
Bildmaterial: privat