|
 |
|
 |
Leute Hallo Frau Merkel Von Fenja Mens 
02. April 2007 Caveh Valipour Zonooz schuf mit drei Freunden eine Internetplattform, auf der man der Kanzlerin seine Probleme schildern kann.
Ein Samstag im September sollte sein Leben verändern. Caveh Valipour Zonooz sah sich einen Video-Podcast von Angela Merkel an und freute sich, denn die Kanzlerin versprach mehr Geld für Innovationen. Ich dachte nur: Ja super, fördere doch uns, erzählt der 33-jährige BWL-Student. Gemeinsam mit drei Freunden von der Fachhochschule Brandenburg hatte er ein Konzept für ein neues Internetportal entwickelt. Die Professoren waren beeindruckt, doch finanzielle Förderung gab es für solche Start-ups in Deutschland nicht. Und nun dieses Versprechen. Doch wie konnten sie Angela Merkel erreichen? Caveh hatte eine Idee: Er sicherte sich die Domain DirektzurKanzlerin.de und rief seine Freunde an. In nur einer Woche programmierten sie einen Internetauftritt, verschickten Pressemitteilungen und gingen online. Die Resonanz war riesig: In vier Tagen verzeichnete die Seite mehr als 22.000 Klicks, nach vier Monaten waren es schon 800.000. Was als Gag geplant war, um auf sich aufmerksam zu machen, verselbständigte sich: Auch andere wollten der Kanzlerin von ihren Problemen berichten. Die Besucher können die Beiträge bewerten, jeden Sonntag werden die besten gekürt. Drei Wochen nachdem ihre Seite online gegangen war, meldete sich das Bundespresseamt bei den Studenten und teilte mit, jede Woche die drei bestplazierten Beiträge zu beantworten. Die Kanzlerin haut natürlich nicht selber in die Tasten - diese Arbeit übernehmen Pressesprecher. Aber immerhin, sagt Caveh, wie sonst kann man von so hoher Stelle so schnell eine Antwort bekommen? Die Anliegen sind sehr unterschiedlich: Mal wird die Kanzlerin aufgefordert, sich gegen die Massentötung von Hunden in China einzusetzen, mal klagt eine Familie über die Abgasbelastung durch einen amerikanischen Hubschrauberstützpunkt. Inzwischen arbeiten 22 Studierende bei DirektzurKanzlerin.de mit. Caveh und seinen Freunden verschafft das ein wenig Luft, sich wieder ihrem ursprünglichen Projekt zu widmen, dem innovativen Internetportal. Das wird nun endlich auch finanziell gefördert. http://www.direktzurkanzlerin.de Text: Hochschulanzeiger Nr. 89, 2007 Bildmaterial: privat
|
 |
|
 |
|
|