08. September 2008

Spezial

Arbeitgeber Mittelstand - Karriereschmide oder Klitsche?



Oft sind es die großen Namen, die im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses stehen, internationale Konzerne, Global Player. Kein Wunder also, dass diese Namen auch auf der Liste der Wunscharbeitgeber immer ganz oben stehen. Aber der eigentliche Wirtschaftsmotor in Deutschland sind die kleinen und mittelständischen Unternehmen. Sie verzeichnen laut Wirtschaftsverbänden seit Jahren ein kontinuierliches Wachstum. Sie sind innovativ, sie sind stark im Export - und sie schaffen die meisten Arbeitsplätze! Wir nehmen den Mittelstand genauer unter die Lupe: Was macht überhaupt Mittelständler aus und was läuft dort anders als in großen Unternehmen? Stimmt das Klischee von der Klitsche überhaupt noch? Und vor allem: Wie groß sind dort die Entwicklungspotentiale für qualifizierte Absolventen und erfahrene Young Professionals?

Bildmaterial: Labor
 
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Am Mittelstand scheiden sich die Geister
Klitsche oder Karriereschmiede?

Für die einen ist er das feste Rückgrat der deutschen Wirtschaft, Zeichen unternehmerischer Freiheit und allererste Wahl für den Berufseinstieg. Andere sehen in ihm eine Sammlung rückständiger Klitschen in strukturschwachen Zonen, geführt von unberechenbaren Patriarchen - das Aus für jede Karriere schon beim Start in den Beruf. Unter Berufseinsteigern kursieren zahlreiche Spekulationen und Irrtümer zum Thema Mittelstand. Der Hochschulanzeiger ist den zehn populärsten Vermutungen nachgegangen. 


Kreative Untertanen
Je kleiner die Agentur, umso besser

Unternehmen der PR- und Werbebranche gelten als mittelständische Knochenmühlen par excellence. Wer hier einsteigt, stellt sich von vornherein auf ungeregelte Arbeitszeiten, permanenten Terminstress und ehrgeizige Chefs ein, die ihren Erfolgsdruck auf den Rest der Mannschaft übertragen. Damit tut man der Masse der kleinen Agenturen ganz schön unrecht, denn für das Ausbeuterimage sind eindeutig vor allem die Großen der Branche verantwortlich. Von einigen wenigen Ausnahmen einmal abgesehen. 


Spielplatz für Erfinder
Forschen Sie doch mal bei den Kleinen

Wer seinen Traumjob in Forschung & Entwicklung sucht, sollte dies im Mittelstand tun. Denn gerade hier werden junge Erfinder schnell an eigene Projekte herangelassen - und zudem händeringend gesucht. 

Als Einsteiger weiterkommen
Wer nicht aufsteigt, ist selbst schuld

Wie plant man eigentlich seine Karriere, wenn es im Unternehmen keine Entwicklungsprogramme gibt und die Zielvereinbarungen im Bewerbungsgespräch auch eher vage formuliert wurden? 

Eine Frage der Mentalität
»Passe ich da rein?«

Große Unternehmen machen's Bewerbern leicht. Meist reicht ein Klick auf den Karriere-Button, um sich ein Bild von seinem zukünftigen Arbeitgeber machen zu können. Bei den Kleinen öffnet erst das persönliche Gespräch mit dem Firmenchef die Augen. 

Chefassistenz im Mittelstand
Die rechte Hand des Chefs


Ist das nicht ein Sekretärinnenjob? Ganz im Gegenteil! Hochschulabsolventen, die als Assistenten im Management tätig sind, müssen äußerst anspruchsvolle Arbeit leisten und haben exzellente Aufstiegschancen. Jedenfalls solange es dem Mittelständler gutgeht. 

Up and down
Frisch gegründete Firmen bieten wenig Schutz


Wenn Unternehmen an den Start gehen, werden Mitarbeiter gebraucht, die Entscheidungen treffen und Verantwortung übernehmen können. Für tatkräftige Berufseinsteiger verlockend, aber auch riskant: Die meisten Start-ups befinden sich noch in der Probezeit - scheitern sie, ist der Job futsch. 

The winner is
Gütesiegel für den Mittelstand


Sie heißen „Top Job“ und „BestPers Award“ und sind Wettbewerbe, die mittelständische Unternehmen bekannter machen und Berufseinsteigern die Suche nach dem guten Arbeitgeber erleichtern wollen. Aber werden diese Versprechen auch eingelöst?