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Von Fenja Mens




02. April 2007 
Albert Beckmann gewann mit seinen Kommilitonen von der Bauhaus-Universität Weimar einen Nachwuchspreis für Videojournalisten.

Seine erste Videokamera bekam Albert Beckmann mit 12 Jahren. „Der Deal mit meinen Eltern war, dass ich damit auch die Familienfeiern filme“, erinnert er sich und lacht. „Aber ich habe die Bildeinstellungen immer schon nach wenigen Sekunden geändert, weil sie mir zu langweilig waren.“ Das Ergebnis waren ziemlich schräge Filme, und bald hatte Albert seine eigene Sendung beim offenen Kanal. Eigentlich träumte er von einem Kinofilm, doch dann entdeckte er den Videojournalismus. „Videojournalisten, kurz VJ's, gibt es heute in jedem Sender“, erklärt der 25-Jährige. „Sie machen von der Recherche über Kamera und Ton bis zum Schnitt alles selbst. Ihr Vorteil: Sie können Themen angehen, die für ein ganzes Team zu aufwendig wären. Zum Beispiel hat ein VJ im Auftrag des WDR mehrere Wochen mit Obdachlosen zusammengelebt.“ Albert studiert inzwischen im neunten Semester Mediengestaltung an der Bauhaus-Universität Weimar. Seminare zum Thema Videojournalismus gehören dort zum regelmäßigen Angebot. Auch der BBC-Reporter Mike Kraus lehrt dort. „Mike fiel gleich auf, dass wir keine vernünftigen Mikrofone haben“, erzählt Albert. „Damit stand das Thema unseres Seminars fest: Filme, die auf möglichst originelle Art auf unsere Mikrofon-Not aufmerksam machten.“ Albert drehte eine Persiflage auf islamistische Terrorvideos und stattete dafür zwei Kommilitonen mit Palästinensertüchern, Sonnenbrillen und einer Plastik-MG aus. „Die Dreharbeiten in einer Schlachthofruine waren sehr lustig“, erinnert er sich. „Vor allem als die Polizei kam, um nach dem Rechten zu sehen ...“ Sieben der Beiträge reichten die Studenten als Gemeinschaftsarbeit beim International Video Journalism Award ein, den ihre Universität im vergangenen Jahr zum dritten Mal ausrichtete. Mehr als 400 Videojournalisten aus 42 Ländern beteiligten sich an dem Wettbewerb. Albert und seine Kommilitonen wurden mit dem Nachwuchspreis ausgezeichnet. Von dem Preisgeld haben sie sich - natürlich - ein Mikrofon gekauft.

http://www.uni-weimar.de/cms/Fakultaet_Medien.1.0.html

Text: Hochschulanzeiger Nr. 89, 2007
Bildmaterial: privat