12. Mai 2008
Wer schaltet wo?
Allgemein lässt sich sagen: Je generalistischer die Funktion, desto eher wird in einer Tageszeitung inseriert, je spezialistischer die Funktion, desto eher wird in einer Fachzeitschrift inseriert.
Sind alle Anzeigen echt? Oder geht es manchmal nur ums Image?
Der Preis spricht dagegen, dass Anzeigen ohne Bedarf geschaltet werden. So kostet beispielsweise eine farbige Anzeigenseite in der FAZ 92.400 Euro, eine Anzeige im Online-Stellenmarkt kostet 875 Euro bei einer 28-tägigen Laufzeit. Auch hinter reinen Imageanzeigen mit Aussagen wie Wir suchen grundsätzlich Hochschulabsolventen verbirgt sich in der Regel ein konkreter Bedarf.
Gibt es spezielle Formulierungen oder Codes in Anzeigen, die man kennen sollte?
Es gibt keine besonderen Verklausulierungen in Anzeigen. Im Prinzip steht da genau das, was gesucht wird. Generell ist eine Anzeige in drei Teile aufgeteilt: Kurzbeschreibung des suchenden Unternehmens, dann Beschreibung der Stelle und Anforderungen an die Funktion.
Muss das eigene Profil zu 100 Prozent auf die Anzeige passen?
Jede Stellenanzeige drückt aus, was sich der Arbeitgeber wünscht - alles zu erfüllen, ist fast unmöglich. Wenn die Persönlichkeit stimmt und Fachkenntnisse vorhanden sind, können bestimmte Fähigkeiten auch nachgeschult werden, heißt es in Personalerkreisen. Das gilt zum Beispiel für Maschinenbauer, die gegebenenfalls als Konstruktionsingenieure eingesetzt werden können. Wichtig ist es aber, die sogenannten Muss-Kriterien zu erfüllen. Man erkennt sie an For mulierungen wie Sie haben ..., Sie sind ..., Voraus setzungen sind ... oder Erforderlich sind .... Auch hier gibt es aber Toleranzbereiche: Etwa wenn das Unternehmen jemanden mit fünf Jahren Berufserfahrung sucht, der Kandidat aber nur drei Jahre Berufserfahrung hat, dafür aber viele absolvierte Praktika vorweisen kann, sollte er sich bewerben. Oder es wird ein Wirtschaftsingenieur gesucht, der Kandidat hat aber BWL studiert - dann ist es günstig, wenn er seine bisherigen Berufsjahre im ingenieurnahen Bereich verbracht hat.
Soll ich anrufen, wenn eine Telefon nummer angegeben ist?
Wenn Unklarheiten bestehen, dann kann selbstverständlich angerufen werden - erst recht, wenn eine Telefonnummer ausdrücklich angegeben ist. Aber nicht jeder Anruf gibt gleich einen Pluspunkt, denn es gilt noch immer: Wer lesen kann, ist klar im Vorteil. Alle Fragen zum Bewerbungsprozess gelten bei Personalern als langweilig und nervig. Und wer selbst nicht weiß, ob er sich überhaupt bewerben soll, sollte diese Planlosigkeit nicht unbedingt zum Besten geben. Fragen müssen gut durchdacht sein, schließlich steckt man schnell in einem telefonischen Bewerbungsgespräch.
Wie soll ich mich bewerben?
Immer genau so, wie in der Anzeige angegeben! Als allgemeine Richtschnur gilt: Bei einer Bewerbung per E-Mail reicht das Bewerbungsanschreiben und der Lebenslauf. Bei einer Bewerbung der Post sollten sämtliche Zeugniskopien mit eingereicht werden.
Warum suchen Firmen in Anzeigen über Personalberater?
Dafür gibt es verschiedene Gründe: Die Auftraggeber werden nicht immer genannt - meist aus Diskretionsgründen, um den Wettbewerbern zu verschleiern, wo gerade personelle Engpässe sind. Oder aber die Stelle konnte auf anderen Wegen nicht besetzt werden. Es kann auch sein, dass die Firma keine Kapazitäten für den Auswahlprozess hat.
Kann ich von der Anzeigengröße Rückschlüsse auf die Dotierung ziehen?
Manche Personaler schalten lieber zweimal eine kleinere Anzeige als einmal eine große, das Profil bleibt dabei dasselbe. Nur aufgrund der Positions- und Branchenbeschreibung lässt sich daher das zu erwartende Gehalt einschätzen. Alles andere ist vage.