21. August 2008
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Ja, ich will auf jeden Fall was Eigenes machen.
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Wir behaupten

Das ist ja mal wieder typisch

Von Christoph Koch




10. Dezember 2007 
Sagen Sie uns, was Sie tun, und wir sagen Ihnen, wer Sie sind. Zwei weitere Beispiele aus unserer Typenkunde:

Die Fotografin: Fragt man den Freundeskreis der Fotografin, was sie am meisten an ihr schätzen, so fällt stets sehr früh der Begriff unkonventionelle Art. Denn die Fotografin sieht gar nicht ein, warum sie irgendwann zu alt sein sollte für den Lebensstil, mit dem sie sich so gut arrangiert hat: Knietief im Dispokredit waten, schmalhüftige Jungen mit Haaren vor den Augen aus der Indie-Disko mit nach Hause in ihr WG-Zimmer zu nehmen und das Altglas erst wegbringen, wenn die Küchentür, hinter der es lagert, nicht mehr aufgeht. Ihre Freundinnen, die nach und nach anfangen, zu heiraten, Kinder zu kriegen und Häuser zu bauen, straft sie mit stiller Verachtung.


Das ist ja mal wieder typisch: Die Fotografin

Der Richter: Eins der besten Jura-Examen des ganzen Jahrgangs! Tolle Stationen im Referendariat! Die Promotion mit summa cum laude! Der LL.M. in Oxford! Und dann der gut dotierte Einstieg bei der renommierten, internationalen Top-Kanzlei! Von 8 Uhr morgens bis um 21 Uhr bearbeitete er dort abstrakte, große Fälle, Wochenende oft inklusive. Und wenn es um seine Urlaubspläne ging, behielt sich sein Arbeitgeber immer vor, diese kurz vor Antritt wieder zu kappen - wenn die Hütte beim Klienten brennt. Doch seit kurzem heißt es: Endlich durchatmen! Ihm ist das gelungen, wovon andere meist nur reden: Drei Jahre richtig reinhauen, und dann einen Gang runterschalten. Durch eine Kündigung und den Wechsel in den Staatsdienst.

Das ist ja mal wieder typisch: Der Richter

Text: Hochschulanzeiger Nr. 93, 2007
Bildmaterial: Dana Zimmerling