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Sinologie studiert und dann? Die Sinologie-Professorin Von Mechthild Bruns 
10. Dezember 2007 Eigentlich wollte ich Musik studieren, Sinologie war nur ein Nebengleis, erinnert sich Barbara Mittler. Aber dann legte sie ihre Studienschwerpunkte doch anders. Nach ihrem Abitur in Kanada studierte sie drei Jahre Chinesisch am Institute of Oriental Studies in Oxford, legte zwei Studienaufenthalte in Taiwan ein, wovon sie einen als Stipendiatin der Hans-Krüger-Stiftung zur intensiven Beschäftigung mit chinesischer Musik nutzte. Nach dem Examen wechselte sie als Doktorandin nach Heidelberg, intensivierte dort die Studien in ihren Nebenfächern Musikwissenschaft und Japanisch und promovierte 25-jährig über moderne chinesische Musik.
Sie beließ es nicht dabei, sondern studierte weiter. Vor allem Japanisch, um der wissenschaftlichen Elite ihres Hauptfachs folgen zu können. Die besten Sinologen arbeiten in Japan, erklärt sie. Eine globale Perspektive nimmt Mittler auch bei ihren Veröffentlichungen ein. Sie publiziert auf Englisch, um international mitzumischen. Noch mit 30 habilitierte sie sich, nachdem sie als Stipendiatin der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) eine Zwischenstation in Harvard eingelegt hatte, mit einer Arbeit über die frühe chinesische Pressegeschichte. Der Kurzabriss ihres 39 Jahre jungen Lebens spart viel aus. Mittler hat sich über zahlreiche Stipendien und die Mitarbeit bei wissenschaftlichen Fachmagazinen systematisch vernetzt. Gleichzeitig hatte sie stets Ehrenämter abseits der Wissenschaftswelt und ist als zweifache Mutter fest im Alltag verwurzelt. Um ihre Familie zu gründen, schlug sie nach ihrer Habilitation zwei Angebote von US-Unis aus. Doch Babypausen gönnte sie sich nicht. Ihre Seminare bereitete sie zwischen Einkaufen, Stillen, Wickeln und Wiegen vor. Der Einsatz hat sich gelohnt. Mittler hat vor drei Jahren eine ordentliche Professur an der Uni Heidelberg angetreten, deren Befristung gerade weggefallen ist. Am Ziel ist sie damit aber noch nicht. Denn jetzt ringt sie um Forschungsgelder und kann schon erste Erfolge verbuchen: Die Gelder für ein Exzellenzcluster wurden bewilligt, in dem sie mit anderen Forschern die genauen Bedingungen der kulturellen Flüsse zwischen Europa und Asien klären möchte. Text: Hochschulanzeiger Nr. 93, 2007 Bildmaterial: privat
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