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| Jutta Allmendinger bei der Präsentation der Studie in Berlin |
27. März 2008
Sie wollen nicht ins Vorzimmer, sie wollen in die Chefetage: Junge Frauen planen ihr Leben nach einer repräsentativen Sozialstudie für die Zeitschrift Brigitte viel selbstbewusster als früher. Die große Mehrheit der Frauen will kompromisslos Kinder und Karriere.
Das ist keine Generation null Bock, das ist eine Generation voll Bock, sagte Jutta Allmendinger, wissenschaftliche Leiterin der Studie. Das Berliner Wissenschaftszentrum für Sozialforschung (WZB) hat für die Studie mehr als 1000 Frauen zwischen 17 und 19 sowie von 27 bis 29 Jahren befragt.
Unabhängigkeit ist wichtig
Im Gegensatz zur Generation ihrer Mütter und Großmütter setze der Großteil der befragten Frauen äußerst selbstbewusst und kompromisslos auf ein Miteinander von Beruf und Kindern, bei dem es keinen Entweder, oder-Perfektionismus mehr gebe, sagte Jutta Allmendinger. Ich weiß, dass ich gut bin, sagten 99 Prozent der befragten Frauen.
Für 85 Prozent ist wichtig, mit einem eigenen Einkommen unabhängig zu sein - auch mit Kindern. Mehr als zwei von drei Frauen wünschten sich zudem eine Familie mit Kindern.
Wenige würden Beruf für Kinder aufgeben
Karriere sei für die jungen Frauen nicht alles, nur eine Minderheit würde aber für Kinder den Beruf aufgeben.
Angesichts der zunehmenden Überalterung der Gesellschaft und dem Mangel an hoch qualifizierten männlichen Arbeitskräften rief die Soziologin Allmendinger Unternehmen und Gesellschaft zu mehr Flexibilität bei Arbeitszeiten und Kinderbetreuung. Die gut ausgebildeten jungen Frauen seien sich ihrer Bedeutung für die Wirtschaft bewusst.
Gleichzeitig halte sich jedoch nur etwa jede Siebte für gänzlich angemessen bezahlt sowie Beruf und Kind für voll und ganz vereinbar. Diese Unzufriedenheit könnte Frauen zum Auswandern bewegen, wozu jede zweite Befragte aus beruflichen Gründen bereit sei, so Allmendinger.
Männer werden überrascht
Nach ihren Angaben ist vor allem die Menge der Frauen, die arbeiten will, etwas Neues. Früher waren das in Westdeutschland nur 20 bis 30 Prozent, der Rest war Rhetorik, sagte sie.
Viele Männer glauben nach Angaben der Soziologin aber weiterhin, dass Frauen am liebsten heiraten und versorgt sein möchten. Männer müssen da gewaltig umdenken, sagte Allmendinger. Frauen seien auch in Partnerschaften nicht mehr so kompromissbereit wie früher. Sie verlangten von Männern Mitarbeit bei der Kindererziehung und Eigeninitiative.