Von Claudia Magerl
29. November 2001 Wer das Paradies sucht, findet es nicht. Doch Oasen des Friedens inmitten einer natürlichen Umwelt, die gibt es - Schwedens Wildnis beispielsweise. Zwar ist der Weg dorthin nicht ohne Hindernisse: Zuerst einmal müssen die Ostsee und das dicht besiedelte südliche Drittel des viertgrößten Staates von Europa, wo 86 Prozent seiner Einwohner leben, durchquert werden. Vor Sprachbarrieren muss sich jedoch keiner fürchten: Die meisten Schweden sprechen Deutsch.
Dann, auf einmal wird es still ringsherum. In den schier endlosen Wäldern der Provinz Värmland stehen Bauernhöfe, idyllisch wie auf einem Kalenderblatt: in kräftigen Farben gestrichen, die Sprossenfenster weiß abgesetzt, dahinter laden alte Obstbäume zum Kaffeetrinken auf der Wiese. Weiter im Norden erheben sich die eiszeitgerundeten Kuppen der Provinz Dalarna.
In den Seen glitzert reinstes Gebirgswasser. Nachts strahlen unzählige Sterne durch die klare Luft und das Nordlicht geistert über den Himmel. Selbst der moosgepolsterte Waldboden und im Winter der Schnee rund um die Urlaubshütte scheinen nur geschaffen, um alles Laute, jeden harten Schritt zu dämpfen. Irgendwo im Westen liegt Norwegen, aber die Grenze existiert nur auf der Karte. Krisen, Katastrophen, Lärm und Gestank, all dies ist in Schwedens Wildmark unendlich weit weg. Nein, ein Paradies ist es nicht. Aber einen Vorgeschmack darauf können sich Naturliebhaber hier holen. Nur eines dürfen sie nicht vergessen: viel Wollnes für die Wellness.
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Text: @mg
Bildmaterial: Lind