27. April 2006 Beim jüngsten ADAC-Tunneltest ist jeder vierte Straßentunnel wegen erheblicher Sicherheitsmängel durchgefallen. Darunter war auch der Autobahntunnel Universität Düsseldorf auf der A 46, den die Tester am Donnerstag als bedenklich einstuften.
Von Norwegen bis Sizilien nahmen der ADAC und seine europäischen Partnerclubs 52 Tunnel unter die Lupe. Besonders finster sah es bei den italienischen Tunneln aus: Fünf von sechs Röhren bestanden den Sicherheitscheck nicht. Das mit Abstand schlechteste Ergebnis in der gesamten ADAC-Tunneltest-Geschichte erreichte der 1,7 Kilometer lange Segesta-Tunnel auf der A 29 bei Palermo: Hier fanden die Tester außer zwei Röhren mit einer einzigen Querverbindung als Fluchtweg in der Mitte nichts, was Menschenleben retten könnte, erklärte der ADAC.
Sehr gut für vier deutsche Tunnel
Testsieger wurde ein Tunnel auf dem Autobahnzubringer zum Madrider Flughafen. Er sei mit allem ausgestattet, was einen modernen Straßentunnel ausmacht: Ampeln und Schranken vor den Portalen, zusätzlichen Rettungswegen, Videoüberwachung oder effektivem Brandschutz, lobte der Autoclub.
Ebenfalls ein sehr gut bekamen die vier deutschen Tunnel Hochwald auf der A 71 in Thüringen, der frisch eröffnete Aubinger Tunnel auf der A 99 bei München, der vor vier Jahren noch als bedenklich eingestufte und inzwischen sanierte Kappelberg-Tunnel bei Stuttgart und der Coschütz-Tunnel auf der A 17 bei Dresden.
Mehrere Mängel haben dazu geführt, daß der gut einen Kilometer lange Autobahntunnel Universität Düsseldorf als bedenklich eingestuft wurde. So fehlen Ampeln an den Portalen ebenso wie eine Videoüberwachung, es gibt keine Notbeleuchtung, Verkehrsstörungen und Notrufe werden nicht automatisch erfaßt, die Lüftung wäre im Brandfall nicht effektiv genug und der Verkehrsfunk kann nicht durchgehend empfangen werden. Trotzdem wird das Risiko für eine Durchfahrt als niedrig eingestuft. Das ergibt sich in erster Linie aus der geringen Verkehrsbelastung von 17.000 Fahrzeugen pro Tag, dem Richtungsverkehr und dem Verbot von Gefahrguttransporten, urteilt der ADAC.
Noch viel zu tun
Insgesamt vergaben die Tester des ADAC 31 Mal die Note sehr gut oder gut, aber dreizehn Mal die Note bedenklich oder mangelhaft. Der Trend sei positiv, aber es müsse in Sachen Tunnelsicherheit noch viel getan werden, sagte ADAC-Präsident Peter Meyer.
Große Hoffnung setzt er auf die in der kommenden Woche in der ganzen EU in Kraft tretende Richtlinie für die Sicherheit von Straßentunneln. Allerdings haben bestehende Anlagen für die Nachrüstung noch bis zum Jahr 2014 Zeit.
Text: FAZ.NET
Bildmaterial: ADAC, ddp