Gutes Auslandsgeschäft

Telekom überrascht mit Quartalsergebnis

09. August 2007 Zu Hause läuft es weiterhin schlecht für die Deutsche Telekom. Trotzdem hat sie im zweiten Quartal überraschend und erstmals seit langem den operativen Gewinn gesteigert - angetrieben vor allem vom Auslandsgeschäft. Der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) sei gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 1,8 Prozent auf 4,9 Milliarden Euro gestiegen, teilte der Konzern am Donnerstag in Bonn mit.

Während vor allem die amerikanische Mobilfunktochter kräftig zulegte, verbuchte die Telekom auf ihrem Heimatmarkt Abschläge in allen Geschäftsbereichen Festnetz, Mobilfunk und Geschäftskunden.

Erwartungen übertroffen

Mit dem Quartalsergebnis übertraf die Gesellschaft die Erwartungen der Analysten. Der Umsatz kletterte von 15,13 Milliarden auf 15,58 Milliarden Euro, während der Überschuss um 40,3 Prozent auf 608 Millionen Euro absackte. In den vergangenen Monaten hatte das Unternehmen den österreichischen Mobilfunkanbieter Telering gekauft und die Übernahme von Orange Niederlande vereinbart.

Von der Nachrichtenagentur DPA-AFX befragte Analysten hatten im Durchschnitt mit einem Ebitda von 4,69 Milliarden Euro und einem Umsatz von 15,57 Milliarden Euro gerechnet. Den Überschuss hatten sie bei 696 Millionen Euro gesehen.

Konzern profitiert vom Mobilfunkgeschäft

Telekom-Chef René Obermann bestätigte die Prognose für das laufende Geschäftsjahr, wonach das Ebitda auf 19 Milliarden Euro sinken soll. Der Umsatz soll leicht zulegen. Der Konzern hatte im Januar seine Erwartung für 2007 gesenkt und dies mit dem harten Wettbewerb in Deutschland begründet. Im abgelaufen Geschäftsjahr hatte die Telekom 61,3 Milliarden Euro umgesetzt und dabei ein Ebitda von 19,4 Milliarden Euro ausgewiesen.

Der Bonner Konzern profitierte vor allem von seinem Mobilfunkgeschäft, dessen Kundenzahl weltweit um 2,56 Millionen auf 112 Millionen kletterte. In Deutschland gewann T-Mobile 1,28 Millionen neue Kunden, ein Drittel davon Vertragskunden. Die amerikanische Mobilfunktochter nahm 857.00 Menschen unter Vertrag und übertraf damit wie T-Mobile Deutschland die Erwartungen der Analysten.

Schub im Breitbandgeschäft

Obermann äußerte sich zufrieden über das laufende Sparprogramm, das in diesem Jahr zu Einsparungen von zwei Milliarden Euro führen soll. „Wir sind mit unseren Maßnahmen zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit und Kostenkontrolle auf einem guten Weg“, sagte er. Der Auftragseingang bei T-Systems, für die die Telekom einen Partner sucht, entwickelte sich stabil.

Einen deutlichen Schub hat die Telekom im Breitbandgeschäft verbucht. Wie die Gesellschaft mitteilte, erhöhte sich die Zahl der DSL-Kunden um 448.000. Davon gewann die Telekom 373.000 direkt und den Rest über Zwischenhändler wie United Internet oder Freenet. Mit dem Zuwachs untermauerte das Unternehmen seine Marktführerschaft. Der Rückgang bei den traditionellen Telefonanschlüssen blieb mit 516.000 hoch.



Text: DPA-AFX
Bildmaterial: AFP, F.A.Z.

 
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