Medien

Premiere führt Fußball-Abo ein

Fußball bekommt einen eigenen Sender

Fußball bekommt einen eigenen Sender

15. Juni 2005 Der Pay-TV-Sender Premiere führt zum Start der nächsten Bundesliga-Saison ein eigenes Abonnement für Live-Fußballspiele ein und strukturiert damit sein gesamtes Sportangebot um.

Das neue Abo „Premiere Fußball Live“ werde 14,90 Euro pro Monat kosten, teilte das seit März börsennotierte Unternehmen am Mittwoch in München mit. Neu sei auch ein Ein-Tages-Abo für fünf Euro, mit dem das gesamte Sportangebot von Premiere einen Tag lang gesehen werden könne.

Sport-Abo künftig mit wenig Live-Fußball

Premiere-Chef Kofler

Premiere-Chef Kofler

Das Sport-Abonnement „Premiere Sport“ soll zwar nur noch 19,90 Euro im Monat kosten statt bisher 23 bis 25 Euro. Da es aber künftig den Live-Fußball größtenteils nicht mehr umfaßt, muß für das gesamte Sport-Angebot ein höherer Preis gezahlt werden.

Ein Premiere-Sprecher sagte, in dem neuen Live-Kanal würden etwa 1.100 Live-Spiele pro Jahr gezeigt, auch Wiederholungen seien möglich. Auch alle 64 Partien der Fußball-WM 2006 in Deutschland würden live übertragen.

Ein Viertel des Umsatzes für Live-Fußball

Firmenchef Georg Kofler erklärte, Premiere nähere sich der Preisgestaltung in anderen europäischen Märkten an. „Aber im Vergleich zu anderen Märkten zahlen Premiere-Abonnenten deutlich weniger für ein umfassendes Live-Fußballangebot“, ergänzte er. In England liege der Einstiegspreis für ein Pay-TV-Angebot mit hohem Live-Fußballanteil bei 48 Euro, in Italien bei 47 Euro.

Premiere wendet nach eigenen Angaben rund ein Viertel seines gesamten Jahresumsatzes von rund einer Milliarde Euro für Live-Fußballübertragungen auf. Diese Kosten machen 80 Prozent des gesamten Sportbudgets aus.

Klubs hoffen auf höhere Einnahmen

„Premiere ist schon heute der wichtigste Finanzier des deutschen Profi-Fußballs. Abo-TV ist das einzige Geschäftsmodell im Mediensystem, das für die Bundesliga nachhaltig mehr Geld erbringen kann. Mit diesem Modell tragen Premiere und seine Abonnenten wesentlich dazu bei, daß der deutsche Fußball wieder Anschluß an die großen europäischen Fußball-Nationen finden kann“, begründete Kofler die Ausgliederung der Live-Spiele.

Mit dieser Aussage macht Kofler den deutschen Fußball-Klubs indirekt Hoffnung auf höhere TV-Einnahmen. Bisher überweist Premiere rund 180 Millionen Euro an die Deutsche Fußball Liga (DFL). Der designierte Vorsitzende der DFL-Geschäftsführung, Christian Seifert, begrüßte deshalb das neue Sende-Konzept. „Die Bundesliga ist ein Premium-Produkt, das einen Premium-Preis wert ist. Von daher begrüße ich ausdrücklich, daß Premiere innovativ mit dem Fußball umgeht und durch die Alleinstellung den Premium-Charakter hervorhebt“, sagte Seifert Sport Bild.

Text: FAZ.NET mit Material von Reuters und sid
Bildmaterial: picture-alliance / dpa, picture-alliance/ dpa/dpaweb

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