11. Juli 2006 Ein dreiviertel Jahr nach der Übernahme des Siemens-Handygeschäfts streicht der taiwanesische Benq-Konzern insgesamt mehr als 500 Arbeitsplätze in Deutschland. Betroffen seien 277 eigene Mitarbeiter in der Zentrale in München, teilte Benq am Dienstag mit. Zudem werde die Zusammenarbeit mit 250 externen Mitarbeitern in München und Kamp-Lintfort beendet.
Bei Siemens/Benq war der Marktanteil zuletzt weiter auf nur noch 3,5 Prozent gefallen. Wie schon in der Vergangenheit unter Siemens-Führung wurden neue Modelle zu spät auf den Markt gebracht.
Betriebsbedingte Kündigungen möglichst vermeiden
Derzeit hat Benq in Deutschland rund 3100 fest angestellte Mitarbeiter. Für die Produktion in Kamp-Lintfort und Bocholt gilt noch bis Ende des Jahres ein Ergänzungstarifvertrag. Beim jetzt verkündeten Stellenabbau in der Verwaltung sowie in Forschung und Entwicklung sollen betriebsbedingte Kündigungen möglichst vermieden werden. Benq Mobile bietet den betroffenen Mitarbeitern Aufhebungsverträge und über die gesetzlichen Vorgaben hinausgehende Abfindungspakete an, hieß es.
Die weitere Zukunft der Arbeitsplätze hänge vom Erfolg der neuen Modelle ab, sagte ein Benq-Sprecher ab. Entscheidend sei dabei auch das für die Branche eminent wichtige Weihnachtsgeschäft. Der Konzern sei aber zuversichtlich, wie angekündigt bis Ende des Jahres operativ die Gewinnschwelle zu erreichen. Um den Durchschnittserlös pro verkautem Handy zu erhöhen, will sich Benq noch stärker auf die Elemente Lifestyle und Design konzentrieren.
Text: dpa
Bildmaterial: picture-alliance/ dpa
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