01. Februar 2006 Der Börsenliebling der vergangenen Jahre mußte nach der Vorlage des Quartalsberichts einen Rückschlag einstecken: Der weltgrößte Internetsuchmaschinen-Betreiber Google hat die Wall Street mit einem geringer als erwarteten Gewinn für das vierte Quartal 2005 enttäuscht. Die Aktien des Wall-Street-Höhenfliegers sind deshalb am Dienstag nachbörslich zeitweise um fast 17 Prozent auf 359,22 Dollar eingebrochen.
Die Wachstumsraten bei Google stellen dennoch Wettbewerber wie Yahoo klar in den Schatten. Der Umsatz stieg gegenüber dem Vorjahr um 86 Prozent auf 1,92 Milliarden Dollar. Der Nettogewinn erhöhte sich um 82 Prozent auf 372 Millionen Dollar. Das Ergebnis je Aktie vor Sonderposten lag bei 1,54 Dollar, Analysten hatten im Schnitt mit 1,76 Dollar gerechnet. Es war das erste Mal, daß Google die Gewinnerwartungen der Wall Street verfehlt hatte.
Google hatte im Schlußquartal 372,2 Millionen Dollar (305 Millionen Euro) verdient gegenüber 204,1 Millionen Dollar in der entsprechenden Vorjahreszeit. Dies gab Google am Dienstag nach Börsenschluß bekannt. Ein höherer Steuersatz und gestiegene Kosten machten sich bemerkbar. Google steuerte auch 90 Millionen Dollar zur Google-Stiftung bei.
Die selbst zu Google gehörende Websites verbuchten im Oktober-Dezember-Abschnitt einen Umsatz von 1,1 Milliarden Dollar oder 57 Prozent des Gesamtumsatzes. Die Internet-Sites der Werbepartner brachten Umsätze von 799 Millionen Dollar. Google führte 629 Millionen Dollar an die Partnerfirmen ab.
Der Jahresumsatz verdoppelte sich nahezu auf 6,1 (Vorjahr: 3,2) Milliarden Dollar. Google wies für 2005 einen Gewinn von 1,5 (0,4) Milliarden Dollar aus oder 5,02 (1,46) Dollar je Aktie. Die Google- Sites erhöhten ihren Umsatz um 112,5 Prozent auf 3,4 Milliarden Dollar, während die Partner-Sites Umsätze von 2,7 Milliarden Dollar beisteuerten oder 72,9 Prozent mehr als in 2004. Google machte 39 (34) Prozent seines Jahresumsatzes im Ausland.
Google-Chef Eric Schmidt zeigte sich über die Quartalsergebnisse erfreut, da das Unternehmen in allen Bereichen ausgezeichnete Leistungen erbracht habe. Das reichte aber nicht aus, um die hochgesteckten Erwartungen der Wall Street zu befriedigen.
Der Google-Steuersatz betrug im Schlußquartal 41,8 Prozent und für das Gesamtjahr 31,6 Prozent, während Google für 2005 nur mit einem Steuersatz von 30 Prozent gerechnet hatte. Google geht für 2006 von einem Steuersatz von 30 Prozent aus.
Google hatte zum Jahresende acht Milliarden Dollar an liquiden Mitteln verfügbar. Die Zahl der Beschäftigten lag bei 5680 gegenüber 3021 Ende 2004. Google hatte im Schlußquartal 245 (293) Millionen Dollar investiert, vor allem für Server, Netzwerkeinrichtungen und den Erwerb von zusätzlichem Büroraum. Die Gesellschaft wolle 2006 kräftig in seine IT-Infrastruktur und in Immobilien investieren.
Google hatte im August 2004 beim Börsengang einen Kurs von 85 Dollar gehabt. Seither hatten die Aktien einen dramatischen Höhenflug erlebt. Sie hatten am 11. Januar mit 475,11 Dollar ein Rekordhoch erreicht.
Text: FAZ.NET mit Material von lid./F.A.Z., dpa
Bildmaterial: picture-alliance / dpa/dpaweb
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