11. Dezember 2005 Napster-Präsident Brad Duea über die Rückkehr des Pioniers und die Zukunft der Musikdienste.
Ihre Abonnenten können Musik ohne Ende hören, besitzen sie aber nicht. Außerdem müssen sie die Lizenz monatlich auffrischen. Ist Ihr Modell nicht zu kompliziert?
Die Aktualisierung der Lizenz passiert während einer Internetverbindung automatisch in wenigen Sekunden. Der Kunde merkt es gar nicht. Nur wenn er sein Abonnement kündigt, kann er die Lizenz nicht mehr aktualisieren.
Was hat Napster in Deutschland vor?
Wir wollen die Nummer eins werden - gemessen am Umsatz. In Deutschland gibt es heute drei große Anbieter: Musicload von T-Online, Apple und AOL. In den kommenden zwölf Monate wollen wir Apple und AOL überholen und Nummer zwei werden. Langfristig wollen wir natürlich an die Spitze und T-Online überholen.
Was heißt langfristig?
Maximal zwei bis drei Jahre.
Kein Internet-Musikdienst arbeitet zur Zeit profitabel. Kann das Geschäft überhaupt Gewinne bringen?
In unserem Modell läßt sich vergleichsweise einfach eine kritische Abonnentenzahl erreichen, um profitabel arbeiten zu können. Die Marge im Abo-Modell ist deutlich höher als im Einzelverkauf.
Wie viele Abonnenten hat Napster?
Rund eine halbe Million.
Reicht das für Gewinne?
Nein, noch nicht. Wir versuchen auch, zusätzliche Umsätze mit mobilen Diensten zu erzielen.
Mobiltelefone und MP3-Spieler verschmelzen. Was hat Napster vor?
Wir wollen eine Flatrate für den unbegrenzten Download der Musikstücke auf Handys anbieten. Das schließt auch ein, die Lizenzen automatisch zu aktualisieren. Aus diesem Grund arbeiten wir mit dem Netzwerkausrüster Ericsson zusammen. Wir kooperieren auch mit den Handyherstellern und vielen großen Netzbetreibern, damit die Napster-Software auf den Geräten funktioniert.
Wann startet der Handy-Musikdienst in Deutschland?
In den kommenden 12 bis 18 Monaten sind wir soweit.
Die Musikkonzerne wollen gerne die Preise für Online-Musik erhöhen.
Zur Zeit ist es mehr ein Kampf zwischen Apple und den Musikkonzernen. Wenn Apple dem Druck der Konzerne nicht standhalten kann, wird es schwierig für die anderen Anbieter, die Preise für herunterladbare Musik zu halten.
Die Fragen stellte Holger Schmidt
Text: F.A.Z., 12.12.2005, Nr. 289 / Seite 17
Bildmaterial: picture-alliance/ dpa/dpaweb
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| Name | Punkte | Prozent |
|---|---|---|
| Dax | 4.544,31 | -7,01 |
| TecDax | 516,75 | -4,81 |
| DowJones | 8.451,19 | -1,49 |
| Nasdaq | 1.649,51 | +0,27 |
| STOXX 50 | 2.421,87 | -7,86 |
| Nikkei 225 | 8.276,43 | -9,62 |
| S&P 500 Zert. | 8,83 | -10,45 |
| Euro/Dollar | 1,34 | +0,00 |
| Bund Future | 114,67 | -1,44 |
| Gold | 847,40 | +0,00 |
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