Internet

Inserate bei Mobile.de bald kostenpflichtig

Von Holger Schmidt

25. August 2003 Jahrelang haben sich Mobile.de und Autoscout24 belauert. Keiner der beiden großen Anbieter für Autoinserate im Internet wollte als erster Gebühren einführen. Dies hätte dem Kontrahenten sofort einen Vorteil in der Gunst der Internet-Nutzer verschafft. Nun hat Mobile.de reagiert: Vom 8. September an müssen private Autoverkäufer acht Euro Einstellgebühr für ein Auto zahlen. Von Januar an steigt der Preis auf zehn Euro, teilte Mobile.de mit. "Die Zeit ist reif für kostenpflichtige Inhalte", sagte Vorstandsmitglied Thorsten Schmidtke dieser Zeitung. „Wir sind uns des Risikos bewußt. Wir rechnen mit einer Stagnation oder einem kleinen Rückgang der Zahl der Autoangebote“, sagte Schmidtke.

Rund 2,7 Millionen Internet-Nutzer haben sich im Juli die 840000 angebotenen Autos angeschaut, hat Nielsen-Netratings gemessen. Jeder fünfte Gebrauchtwagen in Deutschland wird nach einer GfK-Studie über Mobile.de gehandelt. Das sind im Jahr 2,4 Millionen Fahrzeuge im Wert von 18 Milliarden Euro. Das Unternehmen erzielte im ersten Halbjahr 10,6 Millionen Euro Umsatz, rund 60 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Das Betriebsergebnis stieg um rund 40 Prozent auf 1,8 Millionen Euro. Das neue kostenpflichtige Angebot soll die Bilanz verbessern. „Im kommenden Jahr möchten wir mehr als drei Millionen Euro Vorsteuerergebnis erzielen“, sagte Schmidtke. Auch der Umsatz soll noch einmal kräftig steigen. Der Umsatz stammt bisher zu 85 Prozent aus den Gebühren der 15800 Autohändler, die jeden Monat 110 Euro bezahlen, um bis zu 250 Gebrauchtwagen im Netz anzubieten. Jeden Monat kommen rund 350 Händler neu hinzu. Rund 80 Prozent der Autos werden von den Händlern angeboten, 20 Prozent kommen von privaten Internet-Nutzern.

Mobile.de ist zwar Marktführer, hat jedoch in Autoscout24 und - zunehmend - in dem Auktionshaus Ebay starke Konkurrenz. Autoscout hat ebenfalls fast 800000 Autos in der Datenbank, aber mit 1,6 Millionen weniger Besucher auf der Internet-Seite. Inserate mit einem Bild sind bei Autoscout kostenfrei. Autoscout wollte sich nicht äußern, ob das Unternehmen bald nachziehen wird. „Ich rechne damit, daß Autoscout bald ebenfalls Gebühren einführen wird“, sagte Schmidtke. In der Branche wird spekuliert, daß der Internet-Zugangsdienst T-Online Interesse an Autoscout hat, weil das eigene Autogeschäft Auto-T-Online.de die kritische Größe nicht erreicht hat.

Der Verkauf eines Autos bei Ebay ist vergleichsweise teuer. Das Unternehmen verlangt 20 Euro Angebotsgebühr und 50 Euro Provision beim Verkauf. Dennoch besuchten rund 1,6 Millionen Internet-Nutzer Ebay Motors. "Der Markt für Gebrauchtwagen und Autoteile ist für Ebay so wichtig, daß wir in diesem Jahr erstmals auf der IAA präsent sein werden", sagte der Chef von Ebay-Deutschland, Philipp Justus. Mobile nimmt Ebay ernst: „Ebay ist ein großer Wettbewerber“, sagte Schmidtke. Von September an sollen bei Mobile.de Autos auch versteigert werden. „Mit dem Angebot möchten wir die Kunden halten, die sonst zu Ebay gegangenen wären“, sagte Schmidtke.



Bildmaterial: FEATURECHINA

 
Kursabfrage 
NamePunkteProzent
Dax 4.544,31 -7,01
TecDax 516,75 -4,81
DowJones 8.451,19 -1,49
Nasdaq 1.649,51 +0,27
STOXX 50 2.421,87 -7,86
Nikkei 225 8.276,43 -9,62
S&P 500 Zert. 8,83 -10,45
Euro/Dollar 1,34 +0,00
Bund Future 114,67 -1,44
Gold 847,40 +0,00
Öl 76,65 -7,49
FAZ.NET Suchhilfe
F.A.Z.-Archiv Profisuche