19. April 2006 Der Internet-Konzern Yahoo hat die Gewinnerwartungen im ersten Quartal dank eines starken Anzeigengeschäfts erfüllt. Das amerikanische Unternehmen verzeichnete zudem überraschend einen Anstieg der Zahl der Nutzer seiner Suchmaschine. Für das zweite Vierteljahr sagte Yahoo einen Umsatz unter den Prognosen einiger Analysten an der Wall Street voraus, hielt aber an den eigenen Erwartungen für das Gesamtjahr fest.
Branchenexperten betrachteten das Ergebnis als positive Nachricht mit Blick auf den Konkurrenzkampf zwischen Yahoo und Google. Die Aktien von Yahoo kletterten nachbörslich um gut sechs Prozent.
Wegen höherer Ausgaben für Aktienoptionen ging der Nettogewinn im ersten Quartal um 22 Prozent auf 160 Millionen Dollar - elf Cent je Aktie einschließlich Wandelrechten - zurück, wie Yahoo am Dienstag nach Börsenschluß in Amerika bekanntgab. Damit traf das Unternehmen punktgenau die durchschnittliche Erwartung der von Reuters befragten Analysten. Das Ergebnis liege im Rahmen von Yahoos Prognosen, sagte Analyst Scott Devitt von Stifel Nicolaus. Wir haben nicht viel mehr in diesem Quartal erwartet. Seine Bruttoeinnahmen bezifferte Yahoo auf 1,57 Milliarden Dollar - ein Plus von 34 Prozent.
Ein wirklich guter Start
Yahoo steigerte die monatliche Nutzerzahl um 27 Prozent auf 402 Millionen. Japan und China waren in dieser Zahl nicht enthalten, weil Yahoo dort Minderheitsbeteiligungen hält. Zählte man sie mit, käme man insgesamt auf mehr als eine halbe Milliarde Yahoo-Nutzer im Monat. Jeder zweite Internet-Nutzer weltweit nutzt jeden Monat einen Yahoo-Dienst, sagte Firmenchef Terry Semel, Yahoo legt wirklich einen guten Start ins Jahr 2006 hin. Finanzchefin Susan Decker zufolge stieg die Zahl der Suchanfragen in den Vereinigten Staaten um bis zu 20 Prozent. Daten von Marktforschungsunternehmen der vergangenen Wochen hatten darauf hingedeutet, dass Yahoo im Suchmaschinengeschäft Marktanteile an den Rivalen Google verloren hat.
Yahoo ist das weltgrößte Internet-Medien-Unternehmen. Am Dienstag kündigte es an, in Kürze eine überarbeitete Version seines Suchdienstes zu testen, um sich im Wettbewerb mit Google besser aufzustellen. Für Werbekunden solle der neue Dienst weitgehend ab der zweiten Jahreshälfte verfügbar sein, erklärten Vorstandsmitglieder. Sie rechneten ab 2007 mit kräftigen Einnahmen aus dem Geschäft.
Für das zweite Quartal stellte Decker einen Umsatz ohne Kosten für die Kundenwerbung zwischen 1,08 und 1,16 Milliarden Dollar in Aussicht. Analysten waren bislang von etwas höheren 1,09 bis 1,19 Milliarden Dollar ausgegangen. Für das Gesamtjahr 2006 prognostizierte Decker einen Umsatz zwischen 4,60 und 4,85 Milliarden Dollar. Die Durchschnittserwartung von Wall-Street-Analysten lag bei 4,76 Milliarden Dollar.
Nachbörslich wurden die Aktien von Yahoo mit einem Kursaufschlag von 6,1 Prozent gehandelt: Sie kosteten 33,22 Dollar nach 31,30 Dollar zum Handelsschluss an der Nasdaq. Die Aktien von Google profitierten ebenfalls von den Yahoo-Zahlen und legten 2,9 Prozent auf 415,80 Dollar zu. Auch die Anteilsscheine anderer großer Internetunternehmen wie eBay oder Amazon.com verteuerten sich etwas.
Text: Reuters
Bildmaterial: AP
Ich habe eine solche Krise an den Weltbörsen noch nie ![]()
Debakel um vermeintliches russisches Darlehen
| Name | Punkte | Prozent |
|---|---|---|
| Dax | 5.412,93 | +0,48 |
| TecDax | 587,57 | -2,75 |
| DowJones | 9.955,50 | -3,58 |
| Nasdaq | 1.862,96 | -4,34 |
| STOXX 50 | 2.914,10 | +1,45 |
| Nikkei 225 | 10.155,90 | -3,03 |
| S&P 500 Zert. | 10,50 | -1,78 |
| Euro/Dollar | 1,36 | +0,73 |
| Bund Future | 117,11 | +0,11 |
| Gold | 878,77 | +1,98 |
| Öl | 86,68 | -6,11 |