Medienunternehmen

Bancroft-Familie grübelt über Milliardenangebot

Die Bancroft-Familie hält 24 Prozent des Kapitals an Dow Jones, aber rund 64 Prozent der Stimmrechte

Die Bancroft-Familie hält 24 Prozent des Kapitals an Dow Jones, aber rund 64 Prozent der Stimmrechte

01. Juni 2007 Die Bancroft-Familie, die den „Wall Street Journal“-Herausgeber Dow Jones kontrolliert, ist nun doch zu Gesprächen mit Medienmogul Rupert Murdoch über sein milliardenschweres Übernahmeangebot bereit. Nach einer Analyse des eigenen Geschäfts und des Marktumfelds sei die Familie übereingekommen, dass Dow Jones möglicherweise „in Kombination oder Kooperation“ mit einem anderen Unternehmen besser aufgestellt sei, hieß es in einer am Mittwochabend in Boston veröffentlichten Erklärung. Dazu könne auch Murdochs News Corp. gehören.

Nach Murdochs überraschendem Angebot im Wert von fünf Milliarden Dollar hatte es vor einigen Wochen zunächst geheißen, Familienmitglieder mit etwa 52 Prozent der Dow-Jones-Stimmrechte lehnten es ab. Bereits dies hatte Differenzen unter den Familienmitgliedern signalisiert, da die Bancrofts über ein System priviligierter Aktien 64 Prozent der Stimmrechte bei Dow Jones kontrollieren. Das Angebot Murdochs von 60 Dollar je Aktie ist sehr attraktiv - im Vergleich zum Aktienkurs vor Bekanntwerden der Offerte ist dies ein Aufpreis von 67 Prozent.

Markt in Bewegung

Die Bancrofts wollten nun in Gesprächen mit Murdoch feststellen, ob im Falle eines Zusammengehens die reaktionelle Unabhängigkeit, Integrität und journalistische Freiheit von Dow Jones gesichert werden könnten. Murdoch hatte dies zugesichert. Kritiker werfen ihm jedoch vor, mir seinen Blättern häufig Kampagnen zu führen. Dies ist eine große Sorge der Bancroft-Familie. Sie betonte, dass die Gespräche mit Murdoch nicht unbedingt in Verhandlungen münden werden und zeigte sich ausdrücklich offen auch für „andere Optionen“, um die Zukunft von Dow Jones zu sichern.

Der Markt für Finanzmarktinformationen kam zuletzt mit dem Kauf von Reuters durch den kanadischen Thomson-Konzern in Bewegung. Das verstärkt auch den Druck auf Dow Jones.

Text: dpa
Bildmaterial: AP

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