Mediennutzung

Internet und Handy statt Buch und Kino

04. Dezember 2006 Das Internet wird in den kommenden zehn Jahren in der Mediengunst der Deutschen stark an Bedeutung gewinnen. Nach einer Repräsentativumfrage des Marktforschungsunternehmens Forsa im Auftrag des Pro Sieben Sat.1-Vermarktungsunternehmens Sevenone Media messen 96 Prozent der Befragten zwischen 14 und 49 Jahren dem Internet eine steigende, meist sogar stark steigende Bedeutung bei.

Bereits heute entfallen mehr als 15 Prozent der Medienzeit auf das Internet; unter den rund 15 Millionen Haushalten mit schnellem DSL-Anschluß an das Internet liegt der Wert noch höher und wächst zudem überproportional.

Experten erwarten einen Schub

Neben dem Internet wird das Handy in der Gunst der Mediennutzer schnell an Bedeutung gewinnen. Pauschaltarife für Gespräche und Datenübertragung sowie neue Techniken wie die Übertragung einzelner Fernsehprogramme oder kleiner Videos auf die Mobiltelefone kurbeln die Nutzung an.

Einen ähnlichen Schub erwarten die Befragten für Computer- und Videospiele, die vor allem bei jungen Männern einen sehr hohen Stellenwert genießen. Zur Zeit wird die nächste Generation der Spielekonsolen in den Markt eingeführt: Microsoft bietet seine Konsole Xbox 360 bereits seit Ende 2005 an; Nintendos Konsole "Wii" steht in Europa kurz vor der Einführung, und im Frühjahr wird die Playstation 3 von Sony in den Regalen in Europa erwartet.

Eine neue Konsolengeneration bringt der Spielebranche in der Regel einen Wachstumsschub, verstärkt von der Möglichkeit, mit den Konsolen über das Internet auch gegeneinander antreten zu können. Zudem gewinnen Online-Spiele wie "World of Warcraft" oder "Second Live" im Moment sehr viel Popularität.

Nur das Fernsehen kann mithalten

Unter den klassischen Medien kann nur das Fernsehen mit Internet, Handy und Spielen mithalten und seine Bedeutung in der Gunst der Mediennutzer in den kommenden Jahren ausbauen. 44 Prozent erwarten eine wachsende Bedeutung; nur 11 Prozent sehen Fernsehen weniger wichtig, hat die Umfrage ergeben.

Von der Umfrage nicht erfaßt ist aber die Frage, in welchem Ausmaß das Internet oder die Spieleindustrie dem Fernsehen die Werbeetats streitig machen können. Viele werbetreibende Unternehmen verlagern Budgets vom Fernsehen ins Internet, weil sie ihre jugendlichen Zielgruppen dort leichter erreichen können als im Fernsehen. Vor allem Online-Gemeinschaften wie Youtube oder Myspace könnten eine schnell wachsende Rolle in der Werbeindustrie spielen, da sie ein meist jugendliches Publikum anziehen. Auch die Spiele gewinnen als Werbemedien an Bedeutung. Inzwischen lassen sich sogar Werbekampagnen in Online-Spielen buchen.

Zeitungen verlieren an Bedeutung

Eine fallende Bedeutung weisen nach dieser Umfrage die Zeitungen und Zeitschriften auf. Zu den Verlierern müssen aber vor allem Bücher und Kinos gezählt werden. Rund die Hälfte der Befragten mißt diesen beiden Medien eine fallende Bedeutung bei. Auch der Teletext wird von einem großen Teil der Befragten als nicht mehr so wichtig angesehen.



Text: ht., F.A.Z., 04.12.2006, Nr. 282 / Seite 19
Bildmaterial: F.A.Z.

Kursabfrage 
NamePunkteProzent
Dax 4.544,31 -7,01
TecDax 516,75 -4,81
DowJones 8.451,19 -1,49
Nasdaq 1.649,51 +0,27
STOXX 50 2.421,87 -7,86
Nikkei 225 8.276,43 -9,62
S&P 500 Zert. 8,83 -10,45
Euro/Dollar 1,36 +1,28
Bund Future 114,67 -1,44
Gold 847,40 +0,00
Öl 76,65 -7,49
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