29. August 2007 Die Zahl der Deutschen, deren Online-Bankkonten mit gestohlenen Passwörtern geplündert wurden, ist im vergangenen Jahr um 23 Prozent gestiegen. Nach Angaben des Bundesverbandes Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom) haben Betrüger in 3250 Fällen rund 13 Millionen Euro von den Konten ihrer Opfer abgehoben. Der durchschnittliche Schaden beim Phishing betrug 4000 Euro, legt aber in diesem Jahr weiter zu. Auch die Zahl der Phishing-Opfer wird dieses Jahr um rund ein Viertel steigen, sagte Bitkom-Vizepräsident Heinz Paul Bonn. Bei mehr als 20 Millionen Online-Konten in Deutschland fallen damit 0,016 Prozent aller Kontoinhaber auf die Internetbetrüger herein.
Deren Tricks werden immer raffinierter. Nur noch zehn Prozent der Schäden gehen auf gefälschte E-Mails zurück, in denen die Nutzer zur Eingabe ihrer Kontodaten aufgefordert werden. Zunehmend werden Spionageprogramme (Trojaner) eingesetzt, die unbemerkt auf die Rechner der Nutzer geschleust werden und dort Passwörter ausspionieren oder Tastatureingaben mitschneiden. Die Banken haben neue Sicherheitsverfahren wie das iTan-Verfahren eingeführt, das einzelnen Banktransaktionen spezielle Nummern zuweist.
Methoden zur Überlistung des iTan-Verfahrens
Allerdings haben die Betrüger, die nach Angaben der Anti-Phishing Working Group vor allem aus den Vereinigten Staaten, aus China, Russland, Korea und Deutschland stammen, inzwischen Methoden zur Überlistung des iTan-Verfahrens. Nach einer Umfrage des Beratungsunternehmens PPI ist die Angst vor Phishing der wichtigste Grund für Bankkunden, auf Online-Banking zu verzichten. Hinzu kämen ungeklärte Haftungsfragen bei Online-Betrug sowie die Angst vor Viren, Würmern und Trojanern. Bitkom-Chef Bonn fordert daher ein Gesetz gegen Phishing. Bislang ist der Kontodaten-Diebstahl nicht eindeutig verboten. Die Polizei kann nur aktiv werden, wenn ein Schaden vorliegt. Bonn fordert, schon der Versuch müsse hart bestraft werden.
Text: ht./F.A.Z.
Bildmaterial: dpa
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