Handel

Weihnachtseinkauf per Klick

Von Holger Schmidt

17. Dezember 2007 Die Deutschen werden in diesem Jahr Weihnachtsgeschenke für rund 4,6 Milliarden Euro im Internet bestellen, schätzt der Hauptverband des deutschen Einzelhandels (HDE). Bei Ebay, Otto und Amazon klingeln die Kassen in der Zeit vor Weihnachten besonders laut - auch wenn längst nicht alle Deutschen die Vorteile des stressfreien Einkaufs per Mausklick gleich schätzen.

Deutschlands aktivste Online-Käufer kommen aus der Postleitzahlregion 6: Auf eine Million Einwohner dieser Region entfallen 1,56 Prozent aller Online-Bestellungen physischer Güter, hat der Zahlungsdienstleister Pago mit einer Analyse von zehn Millionen Zahlungstransaktionen errechnet. Im Gegensatz dazu entfallen nur 0,88 Prozent der deutschen E-Commerce-Transaktionen auf eine Million Einwohner aus der Postleitzahlregion 0. Die meisten Online-Bestellungen kommen aus den Postleitzahlregionen 35 (Mittelhessen, Taunus, Westerwald), 10 (Berlin) und 22 (Hamburg). Auf diese Regionen entfallen jeweils mehr als 2 Prozent aller Online-Bestellungen in Deutschland.

Unterschiedliche Zahlungsgewohnheiten

Innerhalb Deutschlands unterscheiden sich die Zahlungsgewohnheiten erheblich. Während die Ostdeutschen in der Postleitzahlregion 0 die Kreditkarte nur für 36 Prozent der Online-Bestellungen für physische Produkte einsetzen, liegen diese Anteile in den Regionen 1 und 3 über 50 Prozent. In einer Kategorie liegen die Einwohner aus der Region 1 allerdings vorn: Der Anteil der reklamierten Kreditkartenzahlungen, die zu einer Rückbelastung führen (Chargeback-Quote), ist mit 0,006 Prozent die niedrigste in Deutschland. Im Durchschnitt beträgt die Chargeback-Quote in Deutschland im Online-Handel mit physischen Gütern aber nur 0,28 Prozent und liegt damit unter der vom HDE ermittelten Ladendiebstahlquote von 0,44 Prozent.

Generell gilt: Je höher die Chargeback-Quote ist, desto mehr gelungene Betrugsversuche mit Kreditkarten gibt es. Die höchste Quote hat Pago für die Region 3 (Niedersachsen) gemessen. Der Anteil der Betrugsversuche steigt wie erwartet mit der Höhe des Einkaufswertes. Oberhalb der Warenkörbe mit mehr als 500 Euro zeigt daher auch die Chargeback-Quote mit 2 Prozent ihren höchsten Wert. Dieser Wert ist im Vergleich zum Vorjahr gestiegen, während die Quoten bei den niedrigen Warenwerten gesunken sind.

Vorsichtige Deutsche

Die Erfolgsquote, also der Anteil der Online-Kreditkartenzahlungen, die ohne Schwierigkeiten funktionieren, liegt in Deutschland bei knapp 90 Prozent. Den höchsten Wert weist die Region 2 (Hamburg, Schleswig-Holstein) auf, den mit Abstand niedrigsten Wert die Region 1. Die Kombination aus einer niedrigen Erfolgsquote und einer hohen Chargeback-Quote, die auf eine vergleichsweise große Menge gelungener Betrugsversuche hinweist, ist vor allem in den Regionen 1 und 3 ausgeprägt.

Im internationalen Vergleich setzen die Deutschen den Einkauf per Mausklick sehr vorsichtig ein. Der durchschnittliche Warenkorb der Online-Einkäufer liegt im europäischen Vergleich am unteren Ende; zudem setzt kein großes europäisches Land die Kreditkarte so selten ein wie die Deutschen. Allerdings liegt auch die deutsche Chargeback-Quote im Handel mit physischen Gütern weit unter den Werten im Ausland.

Deutliche Unterschiede zeigen sich auch zwischen Männern und Frauen: Männer setzen weit häufiger ihre Kreditkarte ein und verzichten fast ganz auf eher umständliche Offline-Zahlverfahren, die Frauen gerne einsetzen. Generell sind die durchschnittlichen Warenkörbe der Männer mit 140 Euro weit höher als die Warenkörbe der Frauen, die im Durchschnitt für 84 Euro im Internet einkaufen.

Text: F.A.Z., 17.12.2007, Nr. 293 / Seite 19
Bildmaterial: F.A.Z.

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17.12.2009 | 18:34
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