Starker Wettbewerb

Ebay streicht 10 Prozent der Stellen

Überall kriselt es: Jetzt auch bei Ebay

Überall kriselt es: Jetzt auch bei Ebay

06. Oktober 2008 Das Internet-Auktionshaus Ebay will weltweit rund zehn Prozent der Stellen streichen, davon etwa 100 in Deutschland. Insgesamt seien rund 1000 Mitarbeiter sowie zahlreiche Zeitarbeiter betroffen, teilte das Unternehmen am Stammsitz in San Jose in den Vereinigten Staaten am Montag mit. Die Stellenstreichungen würden das Vorsteuer-Ergebnis im vierten Quartal mit 70 bis 80 Millionen Dollar belasten.

Ebay leidet unter der amerikanischen Wirtschaftsflaute sowie wachsender Konkurrenz durch andere Internet-Händler wie Amazon und Craigslist.

Zwei Übernahmen

Das Unternehmen kündigte zudem zwei Übernahmen im Wert von rund 1,3 Milliarden Dollar (rund 958 Millionen Euro) an. So übernimmt der Konzern in den Vereinigten Staaten mit Bill Me Later einen weiteren Online-Bezahldienst für 945 Millionen Dollar (697 Millionen Euro). Er soll mit Paypal verschmolzen werden. Darüber hinaus erwirbt das Unternehmen in Dänemark zwei Websites, die Kleinanzeigen listen, für 390 Millionen Dollar. Für Ebay ist es nicht der erste Übernehme in dem skandinavischen Land. Bereits vor drei Jahren kaufen die Amerikaner den in Dänemark beheimateten Internettelefonie-Dienstleister Skype für 2,6 Mrd. Dollar.

„In Deutschland sollen rund acht Prozent der rund 1250 Stellen gestrichen werden“, sagte ein Sprecher von Ebay Deutschland. „Von dem Stellenabbau ist vor allem die Verwaltung - insbesondere das Marketing - betroffen. Der Kundenservice bleibt davon unberührt“, sagte er. Betroffen seien Arbeitsplätze in der Deutschland-Zentrale in Dreilinden bei Berlin. Deutschland ist für Ebay gemessen am Umsatz der zweitgrößte Markt. Absolute Größen gibt der Konzern nicht heraus.

Schwaches Wachstum

Das Unternehmen kämpfte zuletzt mit sinkenden Wachstumsraten sowie einem langsameren Gewinnwachstum. In dem Ende September abgelaufenen dritten Quartal habe Ebay beim Umsatz das untere Ende der im Juli abgegebenen Prognose-Spanne erreicht, hieß es. Der Gewinn je Aktie sei dagegen besser als damals angekündigt ausgefallen. Der Konzern hatte im Juli für das dritte Quartal einen Umsatz von 2,1 bis 2,15 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal: 1,89 Milliarden) sowie einen Gewinn je Aktie vor Sonderposten zwischen 39 und 41 (Vorjahr: 41) Cent je Aktie in Aussicht gestellt.

Dem Konzern kommen zunehmend Wettbewerber wie der Internet- Einzelhändler Amazon ins Gehege. Im Gegenzug macht Ebay immer mehr Geschäft als gewöhnliche Handelsplattform mit Verkäufen ohne Versteigerung. Neben den Online-Marktplätzen gehören das elektronische Bezahlsystem Paypal und der Internettelefonie-Dienst Skype zu Ebay.

Text: FAZ.NET
Bildmaterial: AFP

© Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH 2009.
Alle Rechte vorbehalten.
Vervielfältigungs- und Nutzungsrechte erwerben
Verlagsinformation

Seien Sie auch unterwegs bestens informiert mit dem mobilen Nachrichtenservice von FAZ.NET. Weitere Informationen unter www.faz.net/mobil

11.11.2009 | 23:59
Name Kurs in %
DAX 5.686,43 +1,30%
TecDAX 765,54 +1,69%
MDAX 7.296,58 +1,53%
SDAX 3.484,48 −0,01%
REX 373,56 −0,02%
Eurostoxx 50 2.892,50 +1,26%
Dow Jones 10.312,00 +0,63%
Nasdaq 100 1.788,88 +0,89%
S&P500 1.093,01 −0,01%
Nikkei225 9.871,68 +0,01%
EUR/USD 1,5029 +0,30%
Rohöl Brent Crude 78,34 $ +1,08%
Gold 1.101,50 $ −0,63%
Bund Future 121,57 € +0,06%
FAZ.NET Suchhilfe
F.A.Z.-Archiv Profisuche