
Sie sind heimtückisch, hinterlistig und kriechen dann aus ihren Löchern, wenn sie glauben, die öffentliche Meinung hinter sich zu haben.
Kaum vergeht ein Tag, da nicht ein Mittelständler unbarmherzig von der Steuer gejagt und gequält wird, von beförderungswilden Betriebsprüfern erpresst und von betrügerischen Schuldnern im Stich gelassen werden.
Landespolitiker verstehen die Ökonomie nicht und plappern ständig unanständige Sätze in die Welt, die noch nicht einmal im entferntesten den grundgesetzlich verbrieften Rechten der Bürger entsprechen.
Am liebsten machen Sie Gesetze mit Rückwirkung und haben Ihre Helfer in den obersten Richteretagen, die dann zwischen echten und unechte Rückwirkungen differenzieren und damit das staatliche Interesse über das Eigentumsinteresse des Individuums stellen.
Fragt man sie nach dem Begriff "Steuerschlupfloch", erhält man die Politiker-Antwort:
"Als Steuerschlupfloch wird die legale aber oft fragwürdige Möglichkeit bezeichnet, die Bemessungsgrundlage einer Steuer durch Ausnutzung von Gesetzeslücken zu reduzieren oder sogar auf Null zu senken."
Legal aber oft fragwürdig, Herr Rüttgers? Hat Siemens das so genannte legale aber oft fragwürdige Unternehmensverkaufsschlupfloch entdeckt?!!!

Die Politik wird wohl kaum der rettende Strohhalm sein. Es gilt halt noch: Ein Halm, der sich nicht biegt, der bricht.
Das ja nun durchaus marktfähige und innovative Unternehmen BenQ hat es in Deutschland immerhin versucht. Vorwerfbar ist denen allenfalls allzu leichtfertiges Vertrauen darauf, es hier mit einem normalen Wirtschaftsstandort zu tun zu haben. Die Produktion von Mobiltelefonen war nie ein gutes Geschäft für Siemens - und BenQ mußte jetzt eben einsehen, daß es trotz der Mühen und Durchhalteparolen einfach nicht klappen wollte. Es ist vollkommen richtig, dem jetzt nicht auch noch gutes Geld hinterherzuwerfen, welches dann woanders im Konzern fehlt. Schließlich kann BenQ ja im Gegensatz zu unseren tollen Politikern ja keine Steuern erheben oder erhöhen.
Und noch etwas: Die Behauptung, daß 1 Mio. an Know-How aus dem Konzern gezogen wurde, dürfte ja wohl ein Witz sein, wenn man bedenkt, daß Siemens jeder Entwicklung hinterherhinkte und auch Qualitätsprobleme hatte. Know-How läßt sich im übrigen auch nicht derart eigenständig bewerten: Das tollste Know-How kann völlig wertlos sein, wenns keiner nachfragt. Außerdem verliert es niemand durch Weitergabe. In den Köpfen der Ingenieure dürfte es immer noch drin sein.

Die Handys von Siemens waren immer ziemlich schlechte Produkte. Daß sie überhaupt einen Absatz gefunden haben, ist allein der Größe der Marke Siemens zuzuschreiben gewesen. Wenn man die Handy-Sparte abwickelt, so ist das das einzig Verantwortliche, was man da machen kann. Die Aufregung ist eine Absurdität.
Natürlich ist das für NRW und besonders für die Beschäftigten eine fürchterliche Situation. Das persönliche Schicksal der Betroffenen bessert sich jedoch nicht dadurch, daß man weiß, daß das Unternehmen untergehen muß.
Aber hier sind einfache Schuldzuschreibungen fehl am Platze. Siemens, Benq, Vorstände, Mitarbeiter - alle haben irgendwie Mitschuld. Daß mit der Handy-Sparte etwas faul, zeigte ja schon der "Anti-Verkauf" an Benq. Das Unheil hat sich seit Jahren abgezeichnet. Und wenn man am Ende mehr Geld durch Insolvenz retten kann als durch Produktion schadhafter Produkte, dann muß man adé sagen können.

Fragen wir doch einmal Herrn Rüttgers, welches Handy er benutzt. Bestimmt kein Siemens/ BenQ.
Im übrigen haben auch stärkere Hersteller wie z.B. SonyEricsson ihre Handyfertigung in Europa längst aufgegeben und sie an Lohnfertiger wie Flextronics abgegeben.

so einfach kann man sich die Sicht der Dinge auch machen. Scheitert ein Unternehmen, dann sind die Unternehmen schuld. Automatisch einen Betrugsvorwurf zu erheben nur weil ein Unternehmen keine schwarze Zahlen mehr schreibt ist billiges Geschrei.
Ich nehmen an, dass Sie kein Unternehmer sind, sonst würden Sie nicht davon ausgehen, dass ein Unternehmen automatisch Gewinne machen muß und wenn es das nicht schafft ist automatisch der Unternehmer schuld. Es gibt auch noch einen Markt der darüber entscheidet, ob und wieviel eine Firma verkauft. Dafür gibt es keine Garantie noch irgendwelche Sicherheiten. Das ist das Kreuz mit der Marktwirtschaft: sie ist riskant. Eine Gesellschaft, die das Risiko scheut, kann sich eigentlich keine freien Unternehmen mehr leisten. Wir in D wollen beides: kein Risiko und hohe Gewinne, die dann möglichts rasch an den Staat (Steuer) und die Angestellten (Löhne) zu verteilen sind, das ganze mit Beschäftigungs- und Immbolitätsgarantie. Wer so denkt, hat sich von der Realität verabschiedet.
Übrigens: Benq machte pro Mitarbeiter pro Tag über 350 Euro Verlust. Das ist eine halbe Mia p.a. Rechnen Sie nach wieviele Handys mehr verkauft werden müssten um diesen Verlust aufzufangen. 50 Millionen p.a.?

Sicherlich ist es um die einzelnen Schicksale schade.
Es zeigt aber ganz einfach, dass Deutschland immer tiefer absinkt. Es ist einfach unmöglich, für Unternehmen eine Umgebung zu schaffen, die es ihnen nicht nur möglich macht, zu investieren, sondern, wenn nötig, eben Kapazitäten auch wieder abzubauen.
Wenn J. Rüttgers sich jetzt mit den Betroffenen fraternisiert, ... was bleibt ihm, als fürsorglichem Landesfürsten anderes über.
Solange eine angebliche Liberalisierung mit zwei Fußangeln und Regelungen begleitet werden, geht es darum, die letzten Schlupflöcher zu finden UND zu nutzen.
Der Versuch der Gewerkschaften, jetzt über die Moralschiene an Siemens herantreten zu wollen, ist doch nur ein kläglicher Versuch, das verschlimmbessern zu wollen, was durch die eigene Politik erst verursacht worden ist. Deren Politik hat die Besitzstandswahrung im Auge, nicht eine langfristige Gesundung des dt. Arbeitsmarktes hin zu ehemals "blühenden" Landschaften.
Meine Achtung gilt denjenigen, die sich den Geniestreich mit BenQ ausgedacht haben, denn dadurch wird aus einem Land,in dem alles geregelt werden muß, ein Land des (Aus-)lächelns, ob solcher Lücken.

Wie wird man Millionär? Durch betrügerische Pleiten.
Wie sagte einmal Busch " 60 prozent aller Amerikanischen Millionäre haben mindestens 3 PLeiten hinter sich gebracht". Andere haben es wohl schon mit einer geschafft.
In einem Rechtsstaat dürfte soetwas nicht möglich sein. Aber wo leben wir denn???? Reich wird man durch Pleiten Betrug und Korruption und nicht durch Arbeit, die werden nur arm. Das ist die Lehre aus diesen Gaunerstückchen.
Die Politik und die Gewrkschaften wären hier dringend gefordert, zu klärem , wem das Know How einer Firma gehört. Schließlich ist das, was man hier erlebt noch ein Relikt aus Zeiten der Leibeigenschaft. Die Ausbildung und das Wissen der Angestellten ist wohl kaum von der Firma finanziert worden und gehört sicher nicht dem Management. Das haben die Angestellten sich selbst erarbeitet.

Wenn der große Siemens Konzern es nicht schaft die Handysparte in die schwarzen Zahlen zu führen und 1 Million Euro minus pro Tag produziert, wie soll das den ein "billig Produzent" schaffen. Es mußte doch jedem klar gewesen sein, das der Name Siemens eher jemanden zum kauf eines Handys annimiert als der Name Benq. Als Mitarbeiter hat doch jeder mitbekommen das die Manager es nicht schaffen die Handysparter in Deutschland in die schwarzen Zahlen zu bringen. Dieses ganze Geschrei der Gewerkschaften sehe ich als reine Show an um sich zu profilieren.