08. November 2006 Telefongespräche in die deutschen Mobilfunknetze werden voraussichtlich billiger. Die Bundesnetzagentur hat die Preise für die Anrufweiterleitung zum Handy am Mittwoch deutlich gesenkt. Die Telekom-Tochtergesellschaft T-Mobile muß die sogenannten Terminierungsentgelte von bisher 11 auf 8,78 Cent in der Minute verringern. Die kleineren Konkurrenten E-Plus und O2 dürfen künftig noch 9,94 statt bisher 12,4 Cent in Rechnung stellen. Die Entscheidung über den Antrag von Vodafone steht noch aus, da Vodafone seine Unterlagen erst später eingereicht hatte.
Diese Preisvorgabe ist eine Premiere: Zum ersten Mal greift die Regulierungsbehörde damit unmittelbar in die Geschäftspolitik der Mobilfunkgesellschaften ein. Wir korrigieren eine Schieflage im Wettbewerb, sagte Behördenpräsident Matthias Kurth. Damit spielte er darauf an, daß die Gebühren für die Weiterleitung von Festnetzgesprächen zum Handy um ein Vielfaches höher sind als in die umgekehrte Richtung.
Knauer: Herbe Enttäuschung
Die Regulierungsbehörde stützt ihre Entscheidung auf eine Vergleichsmarktbetrachtung: Grundlage bilden die entsprechenden Terminierungsgebühren in anderen EU-Ländern. Der Gebührenbescheid gilt vom 23. November an für ein Jahr. Bis dahin soll auch Vodafone einen Bescheid erhalten haben. Dort geht man davon aus, auch auf dem T-Mobile-Niveau von 8,78 Cent zu landen, bezeichnet dies aber als nicht überraschend. Dies sei schon jetzt in die Prognosen von Vodafone eingerechnet, sagte ein Sprecher.
Die aktuelle Regulierung bildet nur einen ersten Schritt für die von der Netzagentur angestrebte mittel- und langfristig stärkere Reduzierung der Terminierungspreise. Als Zielgröße hatte Behördenpräsident Matthias Kurth im Sommer die Entwicklung in anderen EU-Staaten ins Gespräch gebracht, wo die Gebühren bis Ende 2008 auf 6 bis 7 Cent fallen sollen.
Der Präsident des Bundesverbandes Breitbandkommunikation, Peer Knauer, kritisierte die Entscheidung der Netzagentur dennoch als herbe Enttäuschung. Der Verband hatte auf eine Absenkung auf 5 Cent gehofft, um die Differenz zu den Kosten für Gespräche aus den Mobilfunknetzen ins Festnetz zu verkleinern.
Darum kümmert sich der Regulierer nicht
Bitter ist die Entscheidung vor allem für die Mobilfunkgesellschaften. Sie beziehen zwischen 10 und 20 Prozent des Umsatzes aus dem Geschäft mit den Anrufen aus fremden Netzen. Mit der neuen Tarifsenkung werden die Terminierungsentgelte innerhalb von drei Jahren um 50 Prozent gefallen sein. Dies schlägt sich bei den Gesellschaften deutlich im Ergebnis nieder.
Sehr erstaunt äußerte sich Michael Krammer, der Vorsitzende der Geschäftsführung von E-Plus, über die Entscheidung. Die Absenkung der Entgelte für die D-Netze, die einen eindeutigen Kostenvorteil gegenüber den E-Netzen haben, geht nicht weit genug, erklärte er. Auch äußerte er die Befürchtung, daß die Festnetzgesellschaften - allen voran die Deutsche Telekom - den Kostenvorteil nicht an den Kunden weitergeben würden. Das haben sie in den Vorjahren auch nicht getan, aber darum kümmert sich der Regulierer nicht, ärgert sich Krammer.
Text: bü. / F.A.Z., 09.11.2006, Nr. 261 / Seite 15
Bildmaterial: ddp
Kommentar: Karstadt und der Plan ![]()
Röttgen und Brüderle: Die Energieminister
| Name | Kurs | in % |
| DAX | 5.668,35 | +0,98% |
| TecDAX | 760,46 | +1,02% |
| MDAX | 7.282,47 | +1,34% |
| SDAX | 3.484,15 | −0,02% |
| REX | 373,56 | −0,02% |
| Eurostoxx 50 | 2.881,01 | +0,86% |
| Dow Jones | 10.290,00 | +0,42% |
| Nasdaq 100 | 1.782,28 | +0,51% |
| S&P500 | 1.093,01 | −0,01% |
| Nikkei225 | 9.871,68 | +0,01% |
| EUR/USD | 1,4983 | 0,00% |
| Rohöl Brent Crude | 77,92 $ | +0,54% |
| Gold | 1.101,50 $ | −0,63% |
| Bund Future | 121,59 € | +0,07% |