16. August 2005 Der Verlag Axel Springer hat seine Übernahmepläne für den TV-Konzern Pro Sieben Sat.1 beim Bundeskartellamt angemeldet. Die Kartellwächter wollen eine detaillierte, voraussichtlich viermonatige Prüfung der Pläne einleiten.
Die Anmeldung liegt jetzt vor, sagte eine Sprecherin des Kartellamts. Beamte der Wettbewerbsbehörde prüften nun, ob die Dokumente vollständig seien. Dann laufe die Prüffrist für das Vorhaben. Das Kartellamt hatte bereits angekündigt, daß die Pläne voraussichtlich nicht nach einer ersten, vierwöchigen Prüfphase gebilligt, sondern einer vertieften, dann insgesamt viermonatigen Prüfung unterzogen werden würden.
Erhebliche Marktmacht
Unter anderem will das Kartellamt die Auswirkungen der Pläne auf den TV-Werbemarkt unter die Lupe nehmen. Auch die Konsequenzen der Übernahme für den Lesermarkt für Kaufzeitungen wie die Bild wollten die Wettbewerbswächter untersuchen. Die Stellung im TV- und im Zeitungsmarkt könnte sich durch die gegenseitige Unterstützung der Medien verstärken.
Der Verlag Axel Springer hatte angekündigt, für knapp 2,5 Milliarden Euro die Mehrheit an Pro Sieben Sat.1 übernehmen zu wollen (siehe auch: FAZ.NET-Spezial: Springer plant Fusion mit Pro Sieben Sat.1). Mit der geplanten Verschmelzung entsteht Deutschlands zweitgrößter Medienkonzern nach Bertelsmann, der eine erhebliche Marktmacht erlangt.
Text: FAZ.NET mit Material von Reuters
Bildmaterial: F.A.Z., picture-alliance/ dpa/dpaweb