Internet

United Internet spürt harten DSL-Wettbewerb

Ralph Dommermuth, Chef von United Internet

Ralph Dommermuth, Chef von United Internet

09. Mai 2007 Der Internet-Dienstleister United Internet bekommt den harten Wettbewerb im DSL-Markt zu spüren. „Ohne Komplettangebot inklusive Telefonanschluss haben wir im Markt der DSL-Wechsler keine großen Chancen mehr. Wer schon einmal bei Arcor oder Hansenet war, kehrt nicht mehr zur Telekom zurück. Deshalb verlieren wir in diesem Segment Monat für Monat Marktanteile“, sagte Ralph Dommermuth, der Vorstandsvorsitzende von United Internet, der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

Nur 90.000 neue DSL-Kunden

Das Unternehmen verkauft bisher nur DSL-Anschlüsse der Telekom unter eigenem Namen. Die Kunden müssen immer zusätzlich einen Telefonanschluss der Telekom mit bezahlen, selbst wenn sie nur über das Internet telefonieren. Das Ergebnis: Im ersten Quartal gewann das Unternehmen nur 90 000 neue DSL-Kunden hinzu, weniger als in allen Quartalen des Vorjahres.

Die neuen Verträge schließt United Internet vor allem mit Kunden ab, die erstmals einen schnellen DSL-Anschluss buchen. In Deutschland hat das Unternehmen nun knapp 2,4 Millionen DSL-Kunden unter Vertrag. Davon nutzen 1,4 Millionen Kunden das Internet auch für Telefonate.

Komplettangebot im Sommer

Dommermuth arbeitet aber an einem Ausweg aus dem Dilemma. „Komplettangebote aus Telefon und DSL werden wir im Sommer einführen. Wichtig ist uns dabei eine gute Flächenabdeckung“, sagte Dommermuth, der wohl mit der Deutschen Telekom und dem spanischen Anbieter Telefónica verhandelt.

Trotz der kleinen Delle im DSL-Geschäft hat das Unternehmen seinen Umsatz im ersten Quartal um knapp 30 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 337 Millionen Euro und den Vorsteuergewinn im 28 Prozent auf 50 Millionen Euro erhöht. Die Zahl der kostenpflichtigen Kundenverträge stieg im Vergleich zum Vorjahr um 1,3 auf 6,6 Millionen.

Hosting-Geschäft profitabler

Die Mehrzahl dieser Kunden hat Internet-Speicherplatz bei United Internet gemietet (Hosting). Dieser Geschäftszweig ist weitaus profitabler als der umkämpfte DSL-Markt, in dem das Unternehmen kräftig in die Neukundengewinnung investieren muss. Da die Geschäftszahlen besser als erwartet ausfielen, legte der Aktienkurs zu.

Text: ht./F.A.Z.

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