18. Dezember 2006 Die deutsche Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) soll weltweit eine Spitzenposition einnehmen. Das Ziel haben Vertreter der Wirtschaft und Bundeskanzlerin Merkel (CDU) am Montag auf dem ersten nationalen IT-Gipfel in Potsdam vereinbart. Merkel sagte, die Regierung werde im Rahmen ihrer Hightech-Strategie von 2006 bis 2009 knapp 1,2 Milliarden Euro bereitstellen. Damit wolle man Forschungsprojekte der Informations- und Kommunikationstechnologie unterstützen.
Der IKT-Standort Deutschland soll an die Weltspitze kommen, heißt es in einem am Montag verabschiedeten zwölf Punkte umfassenden Programm. Die Potsdamer Initiative sieht unter anderem eine Konzentration auf Innovations- und Wachstumsthemen vor, in denen die deutsche Wirtschaft große Stärken habe, sowie Leuchtturmprojekte in hoch innovativen Bereichen.
Licht nicht unter den Scheffel stellen
Merkel rief Forscher und Unternehmen zu einer engeren Zusammenarbeit auf, damit Deutschland in der Informationstechnologie näher an die Weltspitze rücke. Wir können da mehr machen, aber wir müssen unser Licht nicht unter den Scheffel stellen, sagte die Kanzlerin vor 200 Teilnehmern des Gipfels, der im nächsten Jahr eine Neuauflage erfahren soll. Im Zuge der High-Tech-Strategie sei es wichtig, Branchen auszumachen, die in Deutschland künftig für Wohlstand, Wachstum und Arbeitsplätze sorgten, und diese dann sinnvoll zu fördern. Dafür müsse es eine enge Kooperation zwischen Wirtschaft und staatlichen Institutionen geben. Die Kanzlerin bekräftigte das Ziel, die Ausgaben für Forschung und Entwicklung auf drei Prozent des Bruttoinlandsproduktes zu erhöhen.
Starke Industriezweige wie die Automobilwirtschaft und die Chemiebranche müßten besser mit der Informationstechnologie vernetzt werden, sagte sie. Die Regierung wolle auch die EU-Ratspräsidentschaft nutzen, um die Informationstechnologie auf europäischer Ebene zu stärken.
Wichtige Signale
Wirtschaftsstaatssekretär Hartmut Schauerte (CDU) rief die Wirtschaft dazu auf, Wachstumsbereiche zu definieren. Die Politik müsse dann die entsprechenden Rahmenbedingungen setzen.
Der Branchenverband Bitkom zog eine positive Bilanz der Veranstaltung. Der IT-Gipfel hat wichtige Signale für die Bedeutung der digitalen Wirtschaft in Deutschland gesetzt, sagte Bitkom-Präsident Berchtold. Die digitale Wirtschaft sei die Grundlage einer erfolgreichen Informations- und Wissensgesellschaft, die neue, zukunftsfähige Arbeitsplätze schaffe. Der IT-Gipfel zeigt, daß die Bundesregierung ihre Bedeutung erkannt hat und deren Förderung nun konsequent in Angriff nimmt.
Text: ami. / F.A.Z.
Bildmaterial: AP, dpa
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