09. Mai 2007 Der Online-Fahrzeugmarkt Mobile.de macht die Inserate für private Nutzer wieder kostenlos. Wir verzichten damit auf einen siebenstelligen Betrag im Jahr. Das ist unser Tribut an den Internetmarkt, in dem die Zahlungsbereitschaft für digitale Dienste immer mehr abnimmt“, sagte Peter Schmid, Geschäftsführer von Mobile.de, der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.
Vorsprung auf Autoscout eingebüßt
Die Ebay-Tochtergesellschaft hat seit September 2003 zehn Euro von privaten Inserenten verlangt, während der große Konkurrent Autoscout 24 die Inserate für die privaten Nutzer kostenlos anbietet. In dieser Zeit hat Mobile.de seinen Vorsprung auf Autoscout Schritt für Schritt eingebüßt.
Die Zahl der angebotenen Fahrzeuge stagniert seit zwei Jahren bei rund einer Million, während Autoscout vor allem bei günstigen Gebrauchtwagen, die meist von privaten Nutzern angeboten werden, stark zugelegt hat. Wir sind im Privatkundensegment langsamer gewachsen als der Markt. Fahrzeuge unter 3000 Euro werden nur von privaten Verkäufern angeboten und die sind selten bereit, für das Inserat zu zahlen“, sagte Schmid, der bis zum vergangenen Jahr noch Geschäftsführer von Autoscout war.
Ohne Internet geht im Gebrauchtwagenmarkt nichts mehr
Die Rückkehr der Kostenlos-Kultur soll Mobile.de helfen, den Abstand zum einzigen ernsthaften Konkurrenten Autoscout wieder zu vergrößern. Schon 2008 wollen wir wieder Marktführer bei Privatinserenten sein“, sagte Schmid. Auf absehbare Zeit sollen die Inserate für die privaten Nutzer daher kostenlos bleiben. Das Ziel des Strategieschwenks ist klar: Es kann nur einen Marktführer geben“, sagte Schmid.
Mobile.de und Autoscout beherrschen den Markt nach Belieben und sind schon seit Jahren profitabel; Neueinsteiger haben trotz hoher Investitionen keine Chance mehr. Das Geschäft floriert: Ohne Internet werden in Deutschland kaum noch Gebrauchtwagen verkauft. Mindestens 80 Prozent aller Autos werden im Netz angeboten“, sagt Autofachmann Ferdinand Dudenhöffer.
Expansion in Osteuropa
Sein Geld verdient Mobile.de mit den rund 29 000 Autohändlern, die für die Inserate zahlen müssen, und mit der Online-Werbung. Wachstum sollen vor allem intensivere Geschäftsbeziehungen mit den Händlern und die Expansion ins Ausland bringen. Mobile.de ist schon sehr stark in Osteuropa, hat aber noch keine eigenen Gesellschaften in diesen Ländern. Hier ist alles möglich“, sagte Schmid.
Text: F.A.Z.
Bildmaterial: AP
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