13. September 2007 Hubert Burda Media steigt beim amerikanischen Medienunternehmen Seed Media Group ein. Die beiden Unternehmen haben sich auf eine Minderheitsbeteiligung Burdas am Seed-Tochterunternehmen Scienceblogs mit Sitz in New York geeinigt.
Scienceblogs ist eine Plattform für inzwischen 65 Blogger, die über Wissenschaftsthemen wie Klimawandel, Medizin oder Biologie schreiben, dabei aber vor allem Nicht-Wissenschaftler als Leser im Auge haben. Scienceblogs gilt als eine der größten Wissenschaftsgemeinschaften im Internet mit mehr als 1,7 Millionen Besuchen im Monat und gehört zu den meistgelesenen Blogs der Welt. Schwerpunkt der Seite sind die Vereinigten Staaten.
Deutschland-Start 2008
Ziel der Beteiligung, die im einstelligen Millionenbereich liegt, ist der Aufbau des Mediums in Europa. Wir wollen Scienceblogs in Deutschland so früh wie möglich starten; wahrscheinlich im kommenden Jahr“, sagte Marcel Reichart, Geschäftsführer für Forschung und Entwicklung bei Burda, der F.A.Z.
Wissenschaftsfelder wie die Medizin würden für das tägliche Leben immer wichtiger, aber nach vor sei die Vermittlung der Forschungsergebnisse schwierig. Scienceblogs als Medienmarke der nächsten Generation könnten diese Lücke zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit schließen, hofft Reichart. Entscheidend ist dabei die Interaktion mit den Lesern. Zum Beispiel haben die 65 Autoren der Internetseite bisher 45 000 Beiträge geschrieben und darauf 485 000 Leserkommentare erhalten. Die Leser diskutieren auf der Plattform untereinander und mit den Autoren, aktuell gerade intensiv über den Klimawandel, aber auch über den Zusammenhang zwischen Schokoladenkonsum und Alkohol.
Zielgruppe sind die Leonardos“
Zielgruppe des Mediums seien die Leonardos“, also junge Menschen, die an Wissenschaft, aber auch an Politik und Kultur interessiert sein, meist in Metropolen lebten und in gehobenen Positionen arbeiteten, sagte Reichart. Diese Zielgruppe hat Scienceblogs inzwischen Werbepartner wie Intel, Hewlett-Packard oder Volkswagen gebracht.
Burda werde Seed Media, Herausgeber des Wissenschaftsmagazins Seed, in Europa vor allem bei der Suche nach kompetenten Autoren und bei der Vermarktung der Seite über Online-Werbung helfen, sagte Reichart. Als Anreiz werden die Autoren, meist Wissenschaftsjournalisten oder Forscher, an den Erlösen aus der Werbung und dem Verkauf der Inhalte beteiligt. Künftig werden die Textbeiträge um Videos ergänzt, die sich für die Darstellung der Wissenschaftsthemen eignen.
Text: ht. / F.A.Z.
Bildmaterial: Seed Media
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