Entlassungsdrohungen

Die Telekom packt den Holzhammer aus

Von Helmut Bünder

25. Mai 2007 Schon bei seinem ersten öffentlichen Auftritt sprach Thomas Sattelberger, der neue Personalvorstand der Deutschen Telekom, unverhohlen von möglichen Entlassungen. Nach zwei Wochen Streik liegen die Nerven blank, wie die neue Holzhammertaktik zeigt (siehe dazu auch: Die Telekom droht mit Entlassungen).

Die Gewerkschaft scheint nicht bereit, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Einen wochenlangen Arbeitskampf kann sich die Telekom aber trotz Notdienst und Beamtenhilfe kaum leisten. Der Markt wartet nicht auf sie.

Eine „Kultur der Sozialpartnerschaft“ sieht anders aus

Gerade haben die Bonner eine neue Preisoffensive für ihre Breitbandangebote vorgestellt. Der für die Sanierung des Deutschland-Geschäftes längst überfällige Angriff auf die DSL-Konkurrenz wird gnadenlos scheitern, wenn Kundenservice und Technik nicht bald wieder reibungslos funktionieren.

In ihrer Not versucht die Telekom, einen Keil zwischen die Beschäftigten und die Gewerkschaft zu treiben. Zwangsversetzung in Billiglohngesellschaften oder Entlassung, lautet die Drohung. Eine „Kultur der Sozialpartnerschaft“, wie sie Sattelberger wiederbeleben will, sieht anders aus.

Aber zur Sozialpartnerschaft gehören eben immer zwei. Und Vernunft statt Provokation ist nicht nur bei der Telekom, sondern auch bei der Gewerkschaft gefragt. Die Lösung liegt auf der Hand: Die Telekom zeigt Entgegenkommen bei der Entlohnung, Verdi bei den Arbeitszeiten und einer Flexibilisierung der Konditionen.



Text: F.A.Z., 26.05.2007, Nr. 121 / Seite 13
Bildmaterial: REUTERS