30. März 2006 Die Deutsche Fußball Liga (DFL) steigt möglicherweise ins Fernsehgeschäft ein. So hat die DFL eine bislang geheimgehaltene Option, sich mit 10 Prozent am neugegründeten Bundesligasender Arena zu beteiligen. Dies geht aus einem vertraulichen Anleihe-Emissionsprospekt des Arena-Eigentümers Unity Media hervor, der der F.A.Z. vorliegt. Arena hat im Dezember überraschend den Zuschlag für die Bundesliga-Bezahlfernsehrechte für die nächsten drei Spielzeiten erhalten.
In dem Emissionsprospekt mit Datum vom 27. März heißt es, Arena habe mit der DFL eine fixe und eine variable Preiskomponente für die Bundesliga-Rechte vereinbart. Wir haben zugesagt, der DFL kostenlos einen Anteil von 10 Prozent an Arena zu überlassen, wenn die variable Komponente nicht den zugrundeliegenden Erwartungen entspricht, schreibt der Kabelnetzbetreiber Unity in dem Dokument. Der Prospekt gibt außerdem erstmals Anhaltspunkte für die Höhe der Investitionen, die Arena bislang geheimhielt.
300 Millionen Euro Investitionen
Einschließlich Produktions- und Marketingkosten schätzt Unity diese in der ersten Saison auf rund 300 Millionen Euro. In den nachfolgenden beiden Spielzeiten dürften die Kosten zurückgehen. Dem Prospekt zufolge erwägt Arena zudem, ein oder zwei Spiele pro Woche allen Kabelfernsehhaushalten kostenlos anzubieten. Arena hat am Montag die Eckpunkte seines Bundesliga-Bezahlfernsehangebots vorgestellt.
So soll das Bundesliga-Abonnement ab 14,90 Euro im Monat zu haben sein und damit um mehr als die Hälfte billiger sein als das aktuelle Angebot des derzeitigen Bundesliga-Senders Premiere. Dieser verhandelt unterdessen mit der Deutschen Telekom über eine Kooperation bei der Ausstrahlung der Bundesliga via DSL-Leitung. Die Telekom hat von der DFL die Rechte für das Internet-Fernsehen erworben. Im Gespräch ist auch eine Minderheitsbeteiligung der Telekom an Premiere. Die Telekom verhandelt parallel mit dem Sportsender DSF über eine Zusammenarbeit.
Text: theu., F.A.Z., 31.03.2006, Nr. 77 / Seite 16
Bildmaterial: dpa/dpaweb
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