Medien

Axel Springer verdient im ersten Halbjahr deutlich mehr

Medien: Axel Springer verdient im ersten Halbjahr deutlich mehr
19. August 2005 

Der Verlagskonzern Axel Springer hat im ersten Halbjahr deutlich mehr verdient und sieht sich dadurch für die geplante Übernahme von Pro Sieben Sat.1 gerüstet.

Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebita) kletterte um 13,7 Prozent auf 173 Millionen Euro, teilte Europas größter Zeitungsverlag am Freitag in Berlin mit. Der Konzernüberschuß stieg um fast 50 Prozent auf 101,3 Millionen Euro. Zum Ergebnisplus habe sowohl der Umsatzanstieg um 1,3 Prozent auf 1,19 Milliarden Euro beigetragen als auch Neugründungen und Einsparungen.

Vertriebserlöse und Anzeigenumsatz gesteigert

Friede Springer

Friede Springer

„Nach der erneuten Ergebnisverbesserung im ersten Halbjahr ist Axel Springer auf die geplante Übernahme von Pro Sieben Sat.1 bestens vorbereitet“, sagte Vorstandschef Mathias Döpfner, der auf gute Entwicklungen im Print- und Auslandsgeschäft verwies. Für das Gesamtjahr bekräftigte Springer die Erwartung, das um die Effekte aus dem Kirch-Vergleich bereinigte Ebita aus dem Vorjahr zu übertreffen.

Trotz der Konsumflaute in Deutschland erhöhte der Konzern seine Vertriebserlöse um 1,1 Prozent auf 577,6 Millionen Euro und seine Anzeigenumsätze um 1,9 Prozent auf 483,4 Millionen Euro. Schneller wuchs der Verlag im Ausland, wo der Umsatz um knapp 13 Prozent auf 197,4 Millionen Euro zulegte.

Kartellamt und Medienaufsicht haben Bedenken

Zum 30. Juni verfügte der Konzern über liquide Finanzmittel von 511 Millionen Euro. Die zunächst knapp 2,5 Milliarden Euro teure Übernahme des Fernsehkonzerns soll vorwiegend über Kredite finanziert werden. Zunächst übernimmt Springer die Pro-Sieben-Sat.1-Anteile der Investorengruppe um den amerikanischen Milliardär Haim Saban. Der Verlag will nach der Übernahme mittelfristig mit Pro Sieben Sat.1 verschmelzen.

Allerdings steht die Genehmigung der Kartellbehörden noch aus. Das Kartellamt und die Medienaufsicht KEK haben Bedenken gegen die entstehende wirtschaftliche Konzentration und Meinungsmacht angemeldet und wollen die Fusion daher besonders genau prüfen (siehe auch: FAZ.NET-Spezial: Springer plant Fusion mit Pro Sieben Sat.1).

Text: FAZ.NET mit Material von Reuters
Bildmaterial: F.A.Z., FAZ.NET, picture-alliance/ dpa/dpaweb

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