Computer

Cisco punktet beim Ausbau von Firmennetzen

Cisco macht einen Großteil seines Umsatzes mit Netzwerken für Telekommunikation

Cisco macht einen Großteil seines Umsatzes mit Netzwerken für Telekommunikation

09. August 2006 Der Ausbau firmeninterner Computersysteme hat dem amerikanischen Netzwerkausrüster Cisco Systems im vierten Quartal ein Plus bei Umsatz und Gewinn beschert. Der weltgrößte Netzwerkausrüster hat die Erwartungen der Analysten übertroffen.

Der Umsatz des Herstellers von Internet-Zugangsgeräten stieg im vierten Quartal bis Ende Juni auf 7,98 Milliarden Dollar nach 6,6 Milliarden im Vorjahreszeitraum. Der Nettogewinn kletterte vor Einmalposten um rund 18 Prozent auf 1,9 Milliarden oder 30 Cent je Aktie. Für das Geschäftsjahr 2007 rechnet der Konzern mit einem Umsatzwachstum zwischen 19 und 21 Prozent.

Zuwachs der Auftragseingänge

Cisco-Chef John Chambers sagte, der zuvor vorsichtige Ausblick des Unternehmens sei angemessen gewesen, es habe jedoch eine starke Bewegung auf dem Markt gegeben. In vier der fünf Geschäftsregionen des Unternehmens habe es einen stärkeren Zuwachs der Auftragseingänge gegeben, die einzige Ausnahme sei Europa.

Analysten hatten mit einem Ertrag vor Sonderposten von 1,79 Milliarden Dollar oder 28 Cent je Aktie sowie einem Umsatz von 7,92 Milliarden Dollar gerechnet. Inklusive Sonderposten wie unter anderem Aktienzuteilungen an Mitarbeiter sei der Gewinn lediglich um vier Millionen Dollar auf 1,544 Milliarden Dollar gestiegen.

Gute Zahlen in einem blutleeren Markt

„Auf den ersten Blick sehen die Umsatzzahlen ziemlich gut aus. Sie haben den Durchschnitt übertroffen“, sagte Sunil Reddy von Fifth Third Asset Management. „Wenn man das vor dem Hintergrund einer bescheidenen Bewertung und einem blutleeren Technologie-Markt sieht, dann hat Cisco wirklich gute Zahlen vorgelegt.“

Analysten gehen davon aus, daß die Nachfrage nach hoch entwickelten Firmennetzwerken vorerst stabil bleibt. Ein langsameres Wachstum der amerikanischen Wirtschaft und eine Konsolidierung der Telekommunikationsbranche könnten sich ihrer Einschätzung nach jedoch zu Risiken für das Unternehmen entwickeln.

Standbein auf dem Verbrauchermarkt

Cisco macht einen Großteil seines Umsatzes mit Geschäfts- und Telekommunikationsnetzwerken. Mit der Übernahme der auf TV-Set-Top-Boxen spezialisierten Firma Scientific Atlanta hat sich das Unternehmen jedoch auch ein Standbein auf dem Verbrauchermarkt verschafft.

Im nachbörslichen Handel legten Cisco-Aktien am Dienstag nach Bekanntgabe des Quartalsergebnisses um 1,4 Prozent zu. Über die vergangenen zwölf Monate hatten die Papiere durch Konsolidierungsspekulationen in der Branche rund zehn Prozent an Wert verloren. In vier der vergangenen sechs Quartale hatte Ciscos Umsatzprognose einen Rückgang des Aktienkurses nach sich gezogen.

Wettbewerber mit fallenden Umsätzen

Der kleinere Wettbewerber Lucent Technologies und der Chiphersteller Intel hatten im vergangenen Monat fallende Umsätze gemeldet. Yahoo, der Betreiber der am häufigsten besuchten Internetseiten der Vereinigten Staaten, hatte seine Ertragserwartungen verfehlt.

Text: FAZ.NET mit Material von Reuters und Bloomberg
Bildmaterial: AP

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