04. Juli 2006 Nach heftiger Kritik von Verbraucherschützern hat sich die Mobilfunkbranche verpflichtet, teure Handydienste wie Klingeltöne, Logos und Spiele kundenfreundlicher zu gestalten. Die Anbieter hätten gemeinsam einen Verhaltenskodex erarbeitet, der Preise und Leistungen transparenter machen soll, teilten die beteiligten Unternehmen am Dienstag mit.
So muß der Abschluß eines Abonnements, etwa für Videos oder Börsenberichte, ausdrücklich per SMS bestätigt werden. Anbieter von Premium-SMS-Diensten wie Chats oder Flirtkontakten müssen die Kosten deutlich erkennbar angeben. Zudem sollen Kunden informiert werden, wenn der Betrag von 50 Euro pro Dienst erreicht wird (siehe dazu den Hintergrund: der Verhaltenskodex im Überblick). Den Verbraucherschützern gingen die Vereinbarungen nicht weit genug.
Damit können wir uns nicht zufrieden geben
Damit können wir uns nicht zufrieden geben, sagte die Telekommunikationsexpertin beim Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv), Ines Nitsche. So hätten sich die Verbraucherschützer gewünscht, daß kostenlose Abos sich nicht nach einer Testphase automatisch in kostenpflichtige Angebote verwandeln dürfen oder daß Kunden bereits ab einem Betrag von 20 Euro pro Abo oder Einzeldienst gewarnt werden. Die Selbstverpflichtung der Branche sieht dies erst bei einer Grenze von 50 Euro pro Monat vor. Da viele Kunden jedoch Jugendliche seien, sollte die Schwelle niedriger angesetzt werden, forderte Nitsche.
Schon bei den Fragen der neutralen Kontrolle und wirksamen Sanktionen werde deutlich, daß eine freiwillige Selbstkontrolle Gesetze gerade beim Verbraucherschutz nicht obsolet machen kann, sagte die Verbraucherschützerin. Fraglich sei auch, warum sich die Anbieter nicht dem bereits existierenden Verhaltenskodex zu Telefonmehrwertdiensten angeschlossen haben. Viele der nun getroffenen Vereinbarungen stünden zudem im Gesetzentwurf zur Novelle des Telekommunikationsgesetzes. Wir hätten erwartet, daß die Vereinbarung darüber hinausgeht, sagte Nitsche. Die neuen Regeln, denen sich neben den Netzbetreibern T-Mobile, Vodafone, O2 und E-Plus auch Mobilfunkanbieter wie Talkline und Anbieter von Inhalten unterworfen haben, sollen spätestens ab Oktober gelten.
Text: AFP
Bildmaterial: picture-alliance/ dpa/dpaweb
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