Software

Auch Microsoft will einen iPod haben

Steve Jobs unsicher? Noch von Apple oder schon von Microsoft

Steve Jobs unsicher? Noch von Apple oder schon von Microsoft

23. Juli 2006 Microsoft will mit einem eigenen digitalen Musikspieler den iPod von Marktführer Apple angreifen. Das Gerät und die dazugehörige Software sollten noch in diesem Jahr auf den Markt kommen, teilte der weltgrößte Softwarekonzern mit. Die Produktfamilie solle „Zune“ heißen. Damit bestätigte Microsoft seit Wochen kursierende Gerüchte und Spekulationen über ein solches Projekt. Analysten zeigten sich allerdings skeptisch, ob Microsoft Apples iPod-Erfolg einfach kopieren könne.

„Wir sehen eine große Chance, Technik und Gemeinschaft zusammenzubringen, um es den Kunden zu ermöglichen, zusammen Musik zu finden und zu entdecken“, teilte der Geschäftsführer der Microsoft-Sparte Unterhaltung und Dienste, Chris Stephenson, mit. Eingeweihte Personen hatten Anfang des Monats erklärt, das Microsoft-Modell sei dem iPod etwas überlegen: Nutzer könnten mit dem Gerät ihre gewünschten Lieder und Filme schnurlos via Funk herunterladen. Zudem plane Microsoft eine neue Medien-Software, die dem iTunes-Programm des Rivalen gleiche.

Microsoft muß sich auf eine Schlacht gefaßt machen

Der iPod ist als digitales, tragbares Abspielgerät bei Millionen Menschen weltweit beliebt und treibt seit längerem den Gewinn von Apple in die Höhe. Auf der Internetplattform iTunes laden sich zudem täglich tausende Nutzer Musikstücke herunter. Nach Angaben der Marktforschungsfirma NPD hält Apple mit dem iPod mehr als die Hälfte des Marktanteils digitaler Abspielgeräte. Mit iTunes kommt Apple sogar für über 70 Prozent des Geschäfts in den Vereinigten Staaten mit digital vertriebener Musik auf. Viele Konkurrenzgeräte benutzen das Musikdateiformat MP3.

Nach Einschätzung von Analysten dürfte das Microsoft-Projekt angesichts des großen Markterfolges von iPod und iTunes nicht ohne Risiko sein. „Microsoft muß sich hier ganz klar auf eine Schlacht gefaßt machen, wenn es ein Lifestyle-Gerät schaffen will“, sagte Marktforscher Michael Gartenberg von Jupiterresearch. „Es wird für den Konzern ein hartes Stück Arbeit, um ein ähnliches Prestige zu erreichen, wie es Apple mit seinem iPod gelungen ist.“ Ein anderer Analyst verwies zudem auf das bislang eher erfolglose iPod-Konkurrenzangebot des Konzerns Sony, das bei weitem nicht an die Verkaufszahlen von Apple herankommt.

In seiner Mitteilung machte Microsoft keine Angaben über den Preis für sein „Zune“-Abspielgerät. Analysten schließen nicht aus, daß Microsoft den Preis bewußt niedrig ansetzen und dabei auch Verluste beim Hardware-Geschäft in Kauf nehmen könnte, um später dann um so mehr an dem Geschäft mit Musik, Filmen und Spielen für den „Zune“ verdienen zu können. Diese Strategie hatte Microsoft bereits für seine Spielkonsole Xbox angewandt.

Text: Reuters
Bildmaterial: picture-alliance / dpa/dpaweb

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