Von Christoph Leisinger
19. Oktober 2007 Google ist ein Phänomen. Erst im August der Jahres 2004 an die Börse gekommen zählt die Aktie des Internet- und Medienunternehmens mit einer Marktkapitalisierung von knapp 200 Milliarden Dollar zumindest an der Börse inzwischen zu den wertvollsten der Welt.
In einer aktuellen Rangliste liegt sie auf Platz 21, Tendenz steigend. Da sich die Marktkapitalisierung aus dem Produkt aus Anzahl der ausstehenden Aktien multipliziert mit dem Aktienkurs ergibt und da der Trend der Aktie trotz einer optisch hohen Bewertung weiterhin eindeutig nach oben zeigt, ist die Wahrscheinlichkeit relativ groß, dass das Unternehmen künftig noch deutlich wertvoller werden wird.
Gute Quartalszahlen
Schaut man auf die neuesten Zahlen, verwundert das kaum. In dieser Periode konnte das Unternehmen den Bruttoumsatz nach GAAP im Vergleich mit der Vorjahresperiode um 57,25 Prozent auf 4,23 Milliarden Dollar steigern, der ausgewiesene Nettogewinn legte um 45,9 Prozent auf 1,07 Milliarden Dollar oder um 43,2 Prozent auf 3,38 Dollar je Aktie zu. Der operative Nettocashflow betrug im dritten Quartal 1,63 Milliarden Dollar, nach 1,23 Milliarden Dollar im zweiten Quartal. Google verfügte Ende September über eine Liquiditätsposition von 13,1 Milliarden Dollar. Die Aktie reagierte am Donnerstag nachbörslich mit leichten Kursgewinnen auf die Zahlen. Sie legte bis auf ein neues Allzeithoch von 643,5 Dollar zu.
Die eigenen Seiten konnten den Umsatz um 68 Prozent auf 2,73 Milliarden Dollar erhöhen. Das entspricht einem Anteil am Gesamtumsatz von rund 28 Prozent. Der Umsatz der Partnersites stieg um 40 Prozent auf 1,45 Milliarden Dollar, der Umsatzanteil liegt bei rund 34 Prozent. Das internationale Geschäft trug 48 Prozent zum Gesamtumsatz bei.
Google in einem eindeutigen Wachstumsmarkt bisher gut positioniert
Die Zahlen überraschen wenig. Denn Google steht als bestens bekannte und entsprechend häufig genutzte Internetsuchmaschine - der Marktanteil bei der Netzsuche liegt bei etwas mehr als 60 Prozent - im Brennpunkt des medialen Umbruchs der vergangenen und auch der kommenden Jahre. Er zeichnet sich dadurch aus, dass das Unternehmen nicht nur von immer mehr Personen genutzt wird, sondern dass sie gleichzeitig auch immer mehr Zeit im Medium verbringen und dabei auch immer mehr reale Geschäfte darüber abwickeln. Dieser Trend scheint nicht mehr aufzuhalten zu sein.
Wer sich in einem solchem Wachstumsmarkt richtig positioniert, kann Umsätze und Erträge deutlich steigern. Genau das scheint Google zu gelingen, indem es seine starke finanzielle Basis dazu nutzt, seine geschäftlichen Aktivitäten immer breiter zu diversifizieren. Die Erfolgsgeschichte bestätigt sich erneut an den am Donnerstag nachbörslich vorgelegten Zahlen für das dritte Quartal des laufenden Geschäftsjahres.
Aktie ambitioniert bewertet - regelmäßig angepasste Absicherung empfehlenswert
Trotz der Größe und Bedeutung des Unternehmens im Internetbereich scheint Google immer wieder neue Wachstumsmöglichkeiten zu finden. Dazu zählt zum Beispiel der Verkauf von Werbung in Videoclips auf Youtoube, das im vergangenen Jahr für 1,65 Milliarden Dollar übernommen worden war. Auf der anderen Seite versucht Google, in der mobilen Telekommunikation Fuß zu fassen. Sergey Brin, einer der beiden Gründer des Unternehmens, geht sogar davon aus, dass bis in zehn Jahren in und mit der mobilen Telekommunikation die Hälfte der Erlöse generiert werden. In weiten Teilen der Welt gebe es mehr Mobilfunkgeräte als Personal Computer.
Gegenwärtig scheint es kaum etwas zu geben, was das weitere Wachstum von Google aufhalten könnte. Sowohl bei Umsatz als auch Gewinn zeigen die Trends mit hohen Wachstumsraten eindeutig nach oben. Auf dieser Basis dürfte die Aktie ihren Anlegern in einem anhaltend optimistischen Umfeld weiteres Kurspotential bieten, zumal sie eindeutig nach oben tendiert.
Auf der anderen Seite setzen Kurs-Gewinnverhältnisse von 41,6 und 32 auf Basis der Gewinnschätzungen für das laufende und das kommende Geschäftsjahr genau dieses Wachstum voraus. Rückschläge sind dann zu befürchten, wenn sich die Wachstumsstory verflüchtigen oder wenn der Wettbewerb intensiver werden sollte. In diesem Sinne können regelmäßig angepasste Absicherungsstrategien gegen Kursrückschläge sicherlich nie schaden.
Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.
Text: @cri
Bildmaterial: AP, FAZ.NET
Karstadt-Insolvenz: Sechs Filialen ![]()
Das Internet spaltet die Gesellschaft
BayernLB: Milliardenverlust erwartet
| Name | Kurs | in % |
| DAX | 5.631,45 | +0,21% |
| TecDAX | 754,77 | −0,79% |
| MDAX | 7.207,29 | −0,27% |
| SDAX | 3.496,43 | 0,00% |
| REX | 373,64 | +0,18% |
| Eurostoxx 50 | 2.861,39 | +0,04% |
| Dow Jones | 10.226,90 | +2,03% |
| Nasdaq 100 | 1.768,40 | +2,17% |
| S&P500 | 1.093,08 | +2,22% |
| Nikkei225 | 9.870,73 | +0,63% |
| EUR/USD | 1,5001 | +0,06% |
| Rohöl Brent Crude | 77,97 $ | +0,41% |
| Gold | 1.108,50 $ | +1,07% |
| Bund Future | 121,69 € | +0,38% |