Microsoft-Ultimatum verstrichen

Was wird aus Yahoo?

Von Carsten Knop

29. April 2008 

Das Internet und Microsoft wollen nicht zueinanderfinden. Mit seinen Online-Dienstleistungen hat Microsoft im vergangenen Quartal knapp 850 Millionen Dollar umgesetzt - und einen Verlust von 228 Millionen Dollar gemacht. Die Sparte, die sich um das Office-Büroprogrammpaket kümmert, steht für einen Umsatz von 4,75 Milliarden Dollar und ein Betriebsergebnis von gut 3,1 Milliarden Dollar.

Das ist ein Ungleichgewicht, das für Microsoft auch deshalb problematisch ist, weil die Zeit "klassischer" Software abläuft, die Zeit über das Internet bereitgestellter Anwendungen aber erst beginnt. Auch deshalb will Microsoft Yahoo kaufen. Jerry Yang, der Vorstandschef des Internetkonzerns, will das Unternehmen aber partout nicht verkaufen. Nicht zu diesem Preis, sagt er. Eigentlich überhaupt nicht, denkt er.

Nun wird der Kauf gegen den Willen von Yang durchgeboxt

Jetzt ist ein Ultimatum von Microsoft für eine gütliche Einigung verstrichen. Nun wird der Kauf gegen den Willen von Yang durchgeboxt, oder Microsoft orientiert sich neu. Das aber ist für beide schlecht: Eine feindliche Übernahme würde zur Abwanderung der besten Yahoo-Mitarbeiter führen. Gar keinen Partner zu finden ist aber weder für Microsoft noch für Yahoo eine Option. Man sollte sich besser einigen.

Text: F.A.Z.

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