Computer

Angriff von „Korgo“ verläuft glimpflich

Trotz “Korgo“: Kreditkarten muß man vorerst nicht sperren lassen

Trotz "Korgo": Kreditkarten muß man vorerst nicht sperren lassen

04. Juni 2004 Experten halten eine Hysterie wegen des Internet-Wurms „Korgo“ für weitgehend übertrieben. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), das am Donnerstag eindringlich vor dem neuen Internetwurm gewarnt hatte, erklärte am Freitag in Bonn, der Schädling sei „entgegen anders lautender Meldungen“ in Deutschland nicht sehr weit verbreitet. Befürchtungen, daß der Wurm Online-Banking-Anwendern Zugangs-Daten für Kreditkarten und Online-Banking entwende, könnten derzeit nicht bestätigt werden.

Weil „Korgo“ die gleiche Sicherheitslücke wie der im Mai aufgetauchte Wurm „Sasser“ nutze, müßten die meisten Anwender bereits geschützt sein, teilte das BSI mit. Die sogenannte Backdoor-Funktion, über die ein Angreifer theoretisch Zugriff auf den Rechner erlangen und sensible Daten an seinen Urheber übermitteln könne, sei bisher nicht ausgenutzt worden. Die Kreditkarte sperren zu lassen, halten Sicherheitsexperten daher für übertrieben.

Urheber offenbar in Rußland

„Korgo“ ist offenbar das Werk von Hackern in Rußland. Die Computerzeitschrift „PC Professionell“ berichtete unter Berufung auf Sicherheitsunternehmen, Urheber sei eine russische Hackervereinigung namens „Hangup Team“, die sich durch große Kreativität auszeichne. Während sonstige Schädlingsprogrammierer bereits bestehende Viren nach deren erstem Auftauchen umschreiben und so neue Varianten auftauchen, bestehe „Korgo“ bereits jetzt aus einer ganzen Wurmfamilie.

Bislang existieren von Korgo.A bis Korgo.F sechs Versionen, die sich in Funktionsweise und Schadenspotenzial jedoch nur wenig voneinander unterscheiden, schreibt das Magazin. Wie viele Rechner weltweit von „Korgo“ infiziert sind, sei unklar, weil sich der Wurm nicht per E-Mail verbreitet. Von „Korgo“ betroffen sind laut BSI die Betriebssysteme Windows XP und Windows 2000, nicht jedoch Windows 98 und Me. Schutz bietet ein bereits seit April von Microsoft angebotenes Sicherheits-Update (Patch), zu dem man unter anderem über die Seiten des BSI gelangt.

Text: @FAZ.NET, mit Material von AP
Bildmaterial: dpa

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