Übernahmekampf mit Yahoo

Microsoft lautstark zögerlich

Wieviel Spielraum hat Ballmer nach dem Ultimatum?

Wieviel Spielraum hat Ballmer nach dem Ultimatum?

02. Mai 2008 Der Softwareriese Microsoft hat im Übernahmepoker mit dem Internet-Konzern Yahoo erneut mit der Rücknahme seines milliardenschweren Angebots gedroht. Microsoft könne auch ohne Yahoo ein wettbewerbsfähiges Geschäft mit Online-Werbung aufbauen, sagte Konzernchef Steve Ballmer dem „Wall Street Journal“. Vor Microsoft-Beschäftigten hatte er zuvor bekräftigt, für Yahoo keinen Cent mehr zu bezahlen als das Unternehmen seiner Ansicht nach wert sei.

Microsoft werde seine Entscheidung zum weiteren Vorgehen in Kürze bekanntgeben, kündigte Ballmer in der Konzernzentrale in Redmond (Bundesstaat Washington) an. Yahoo hatte auf ein zum Wochenende abgelaufenes Ultimatum von Microsoft zur gütlichen Einigung nicht reagiert. Das Unternehmen lehnt das ursprüngliche Angebot von 45 Milliarden Dollar (28 Milliarden Euro) als zu niedrig ab.

Microsoft soll laut Berichten inzwischen eine Nachbesserung der Offerte von 31 auf bis zu 33 Dollar je Yahoo-Aktie in Aussicht gestellt haben. Yahoo und einige Großaktionäre verlangten aber zwischen 35 und 37 Dollar. Microsoft hatte auch eine feindliche Übernahme gegen den Widerstand der Yahoo-Spitze angedroht. Der Verwaltungsrat habe sich auf seiner Sitzung am Mittwoch aber noch nicht über das weitere Vorgehen geeinigt. Mit dem Kauf will der weltgrößte Softwareanbieter den bei Online-Suche und Internet-Werbung dominanten Rivalen Google verschärft angreifen.

Unterdessen arbeite Yahoo weiter intensiv an Alternativen zu einem Kauf durch Microsoft, hieß es in der Zeitung. So könne das Unternehmen binnen einer Woche eine dauerhafte Kooperation mit Google bei Suchanzeigen verkünden. Die beiden testen dies bereits seit zwei Wochen. Ein solches Bündnis würde allerdings von Wettbewerbshütern intensiv geprüft werden. Außerdem heißt es immer wieder, Yahoo verhandele über eine Allianz mit AOL - als Alternative zum feindlichen Übernahmeangebot des Softwarekonzerns Microsoft.

Text: FAZ.NET mit Material von dpa und Bloomberg
Bildmaterial: AP

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