Internet

Yahoo-Ausblick schockt Märkte

Schockt die Märkte und die Branche

Schockt die Märkte und die Branche

19. Juli 2006 

Der Internet-Konzern Yahoo hat mit seinem Umsatzausblick und der Verschiebung des Starts einer überarbeiteten Werbeplattform die Finanzmärkte geschockt. Yahoo-Aktien fielen nachbörslich um 13 Prozent und zogen auch die Titel von Online-Firmen wie Google oder Ebay mit nach unten.

Yahoo schloß am Dienstag nach Börsenschluß in den Vereinigten Staaten nicht aus, daß der Umsatz 2006 nicht so deutlich steigen könnte wie erwartet. Zudem wurde die für das dritte Quartal geplante Einführung einer neuen Version eines wichtigen Anzeigen-Systems um ein Quartal verschoben.

Qualitätsmängel beim neuen Produkt

Firmenchef Terry Semel warnte Analysten, vor dem ersten Quartal des kommenden Jahres sei nicht mit deutlichen Einflüssen auf die Finanzen durch das neue System zu rechnen. Für das Gesamtjahr rechnet Yahoo 2006 mit einem Umsatz zwischen 4,60 und 4,85 Milliarden Dollar, während die Spanne der Analysten von 4,69 bis 4,9 Milliarden reicht. Als Grund für die Verschiebung der Einführung nannte Yahoo die noch nicht ausreichende Qualität des neuen Produkts.

Für das gerade abgelaufene zweite Quartal wies Yahoo einen deutlichen Gewinnrückgang aus. Damit war an den Finanzmärkten aber gerechnet worden, hatte es im Vergleichsquartal vor Jahresfrist doch einen hohen positiven Sonderposten gegeben. So sank der Gewinn um 78 Prozent auf 164 Millionen Dollar oder elf Cent je Aktie. Der Umsatz stieg indes um 28 Prozent auf 1,12 Milliarden Dollar.

Yahoo steht im scharfen Wettbewerb unter anderem mit Google. Um seine Position zu stärken, hatte Yahoo vor weinigen Monaten mit dem Internet-Auktionshaus Ebay eine umfassende Zusammenarbeit bei Werbung und Handel im Internet vereinbart.

Kritik an China-Politik des Konzerns

Der amerikanische Konzern war wiederholt von Menschenrechtsgruppen kritisiert worden. „Reporter ohne Grenzen“ hat Yahoo im April vorgeworfen, den Behörden in China bei der Identifizierung eines kritischen Internet-Publizisten geholfen zu haben. Es ist der dritte Fall, bei dem Menschenrechtsaktivisten Yahoo einen Interessenkonflikt zwischen eigenem Profit und moralischem Anspruch bei seinem Geschäft in China vorwerfen. Yahoo hatte wiederholt erklärt, chinesische Gesetze respektieren zu müssen.

Auch dem Betreiber der Internetsuchmaschine Google war vorgeworfen worden, er verstoße in China gegen seine eigene Firmenphilosophie, indem er politisch sensible Begriffe auf seiner neuen chinesischen Seite sperren lasse. Im Dezember war auch Microsoft kritisiert worden, weil die Firma auf Geheiß der chinesischen Regierung einen kritischen Internet-Blog geschlossen hatte.

Text: Reuters
Bildmaterial: AP

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